Nahtlos braun ist kein Ferienziel mehr. Heute ist braune Haut mit bleichen Streifen das Statussymbol im Urlaub. Eigentlich waren wir Menschen doch schon so weit aufgeklärt, dass wir jeden mit Häme überzogen, der noch glaubte, sich am Strand nicht eincremen zu müssen. Lallende Sauftouristen etwa, denen die Sonne Haut und Hirnzellen verbrannt hat. Oder jene, die einen Sonnenbrand mit „das wird morgen braun“ abtun.

6 JUNI 2019 26 Grad

In diesem Sommer aber hat sich ein neuer und gefährlicher Trend entwickelt: Sonnenbrand-Tattoos. Mithilfe von Schablonen, die bestimmte Körperpartien bedecken, verbrennen sich Anhänger der sogenannten „Sunburn-ART“ gezielt die Haut. Wie zu vermuten, braucht es dazu einen Sonnenbrand. Eine Schablone wird auf die Haut geklebt, auf Schulter, Bauch, Stirn. Nach drei Stunden ohne Lichtschutzfaktor zeichnet sich beim Abziehen als weiße Silhouette eine Rose ab oder ein Adler oder ein Drache oder – besonders angemessen – ein Totenkopf.

Zur Erinnerung: Sonnenbrände sind für die Bildung von schwarzem Hautkrebs – der gefährlichsten Hautkrebsvariante – verantwortlich. Und die Haut vergisst nicht einen einzigen Sonnenbrand. Ob und nach wie vielen Verbrennung Hautkrebs entsteht, kann nicht vorhergesagt werden. Doch die Zahl der Diagnosen verdoppelt sich laut Deutscher Krebshilfe jedoch derzeit alle zehn Jahre.

Den „Trendsettern“ bleibt zu wünschen, dass sie ihre expressiv-kreative Phase nicht irgendwann bereuen müssen. Denn anders als ein hässliches Arschgeweih, lässt sich Hautkrebs nicht einfach überstechen oder weglasern.

ACHTUNG: Bitte nicht Nachmachen!!!

9 SEPTEMBER 2019 (3)

So leicht wird man zum Extremsportler

Doch es gibt auch andere Arten, am Strand oder in der Bar auf sich aufmerksam zu machen – das Outdoor-Sonnentattoo.  Damit kann man ohne Mühen simulieren, ein sportlicher Outdoor-Aktivist zu sein. Gezielt gebräunt, kann man alles sein: ein Wanderer, eine Taucherin, ein Rollerblader, ein Mountainbiker, ein Läufer, oder eine Wasserskifahrerin

Zum Einstieg bin ich ein Wanderer mit freiem Oberkörper. Zu erkennen ist das nach zwei Sonnentagen auf der Terrasse an den weißen Streifen, welche die Träger des Rucksacks hinterlassen.

Dann gehe ich als Rollerblader. Dazu muss ich beim Sonnen aber nicht nur ein nabelfreies Shirt tragen, sondern auch Knieschoner und Ellenbogenprotektoren (sonnen geht also nur im eigenen Garten oder auf dem Balkon, ohne sich zu Affen machen zu wollwn). Aber es lohnt sich! Wenn ich nach drei Tagen über den Strand spaziere, ist dem ahnungslosen Publikum klar, dass ich den Sommer auf Rollerblades verbracht habe.

Für den Mountainbiker-Look trage ich beim Rasenmähen ein bauchfreies Trikot und eine knapp knielange Hose mit bikespezifischem Schnitt. Zwei Tage reichen.

Der Taucher-Look lässt sich sogar noch einfacher herstellen.  Die spezifischen Bräunungsstreifen ergeben sich schon mit Bordmitteln.

Und nicht mal der echte Wasserski-Look ist schwierig! Für die typischen Linien genügt eine normale Weste. Statt klebriger Neopren-Wetsuit-Shorts ziehe ich gewöhnliche Bermudas an. Ein paar Drinks auf dem Balkon oder zwei Tage leichter Gartenarbeit – fertig ist auch hier der Wasserskifahrende Extremsportler.

Auch der Look des Läufer/Trailrunners ist leicht und einfach herzustellen – Mein Lieblingsoutfit – da ich sowieso viel laufe – einfach Trägeshirt und kurze Laufhose und in 2-3 Tagen ist der Look fertig – super und ganz einfach.

So geht’s dann auf die Beachparty – anerkannt, respektiert, bewundert. man muß lediglich vermeiden, sich in allzu ehrgeizige Fachgespräche verwickeln zu lassen.