Einsame Inseln: Ein sahnehäubchen im Ozean: Die abgelegenste Inselder Welt ist wohl ist die unbewohnte Bouvetinsel. Für Corona-Flüchtlinge taugt die Vulkaninsel, die im Südatlantik liegt und seit 1930 von Norwegen abhängig ist, jedoch kaum. Wegen des rauen Klimas gibt es dort – neben Albatrossen, Pinguinen und anderen kälteresistenten Vögeln – vor allem Flechten, Moose und Pilze. Und auch sie wachsen nur dort, wo der karge Boden nicht vereist ist. Nächster Punkrt ist das 1600 Kilometer entfernte Queen Maud Land in der Antarktis.

Hier ein weiterer Ort an dem ihr definitiv eurer Ruhe vor Corona und vor allem Anderen habt: Point Nemo, der wohl einsamste und abgelegenste Ort der Erde!

Der Pazifische Pol der Unzugänglichkeit (auch Point Nemo genannt) befindet sich bei den Koordinaten 45°52.6S, 123°23.6W und ist die Stelle auf der Erdoberfläche, die am weitesten von Festländern und Inseln entfernt ist. Er befindet sich im südlichen Pazifik, 2688 km vom nächstliegenden Land.

Point Nemo

Wenn man also Schutz vor dem Corona-Virus sucht, oder nur einmal abschalten wollt, weg vom Berufsstress, usw. da wäre Point Nemo eine interessante Alternative. Point Nemo ist ein Punkt mitten im Nirgendwo des Pazifik – doch geographisch gesehen ist es der Ort, der weiter von jeglicher Landmasse entfernt ist als jeder andere. 2778 km sind es, laut dem Onlineportal cvon Red Bull, zufolge bis nach Auckland in Neuseeland, 3978 km bis in brasilianische Itajai und 2688 km nach Maher Island in der Antarktis. Das schnellste Boot brauchte 15 Tage, 10 Stunden und 37 Minuten um dort hinzukommen.

Aber nicht nur wenige Menschen verirren sich hier her. Auch die Flora und Fauna ist eine ganz andere als auf der restlichen Erde, da Point Nemo in der Meeresströmung des sogenannten Südpazifischen Wirbels liegt. Das rotierende Wasser dort hält anderes, nährstoffreicheres Wasser ab – zudem ist das Festland derart weit entfernt, dass der Wind kaum Nährstoffe irgendeiner Art zum Point Nemo tragen könnte.

Wenn man also mal ganz viel Langeweile habt oder wirklichen Schutz vor der Corona-Krise und dem Virus sucht, dann könnt ihr den Pol der Unerreichbarkeit besichtigen und so richtig abschalten. Nur eins sei dazu noch gesagt: Nehmt ’ne Menge Proviant mit, denn allein die Hinreise mit dem Boot dauert gut 15 Tage. Wer es trotzdem einmal versuchen will, hier sind die Geodaten von Point Nemo: 45°52.6S, 123°23.6W – aber denkt dran, hinfahren ist schon ein Problem, zurückfahren ein Weiters. Trotzdem viel Spaß.

Und noch ein Rat: Der Mount Everest „Ganz oben“ ist zu Point Nemo keine Option. Im Basislager und auf dem Gipfel gibt es viel zu viele Menschen. Abstand halten ist hier nicht machbar. Selbst ganz oben am Everest-Gipfel trifft man manchmal bis zu 20 Bergsteiger und mehr.

Noch mehr, vor Corona, sichere Orte
An der Stelle des Packeises der Arktis, die am weitesten von Festländern und Inseln entfernt ist, befindet sich der Nordpol der Unzugänglichkeit. 661 Kilometer sind es von hier zum geografischen Nordpol, 1453 Kilometer nach Barrow (Alaska) und jeweils 1094 Kilometer zu den Landmassen der Ellesmere-Insel (Kanada) und des Franz-Joseph-Lands (Russland).

Hier kommen nur Pinguine zu Besuch: Der Südpol der Unzugänglichkeit liegt 463 Kilometer vom geografischen Südpol entfernt. Also ist Corona sicher! Der eurasische Pol der Unzugänglichkeit liegt mitten in der Wüste im Nordwesten Chinas. 320 Kilometer nördlich von Ürümqi liegt der Punkt, der am weitesten von einem Ozean entfernt ist.

Das Flow Edge: „Sinaaq“ ist das Inuit Wort für das Flow Edge. Es ist die Grenze zwischen dem Meereis und dem offenen Ozean – und sicher Corona-Virus frei! Im Frühling wird die Schollenkante – hier trifft  das offene Meer auf das gefrorene Meer – zu einem der dramatischsten und dynamischsten Ökosysteme der Erde.

Flow Edge

Pond Inlet dürfte mit zu den am schönsten gelegenen Siedlungen in der Arktis zählen. Umgeben von den auch im Sommer Eisberge führenden Gewässern des Eclipse Sound und des Inlet, in denen sich Beluga-Wale, Narwale und zuweilen auch Grönlandwale tummeln, wird die Landschaft von den fünfundzwanzig Kilometer entfernt aus dem Meer aufragenden Klippen und Gletschern der Bylot-Insel, beherrscht.

Im Frühsommer liegt die „Flow Edge“ etwa 70–80 Kilometer östlich von Pond Inlet zwischen den Inseln Baffin und Bylot. Ein magischer Ort, aber auch sehr gefährlich und so, sicher auch Corona frei. Aber zum Leben nicht geeignet. Und denkt dran, hinfahren ist schon ein Problem, zurückfahren ein Weiters und dort versuchen den Corona-Virus zu überleben, ein noch Größeres.

Global Tech I Umspannplattform: Sicher ist man wohl auch auf der Global Tech I Umspannplattform mitten in der Nordsee. Global Tech I liegt zirka 180 Kilometer vor Bremerhaven. Mit diesem großen Abstand zur Nordseeküste befindet sich das Windfeld außerhalb des Nationalparks Wattenmeer und der 12-Seemeilen-Zone. Die Umspannstation ist das Herzstück des Windparks und befindet sich in seinem Zentrum.

Der 33-Kilovolt-Drehstrom der Windkraftanlagen läuft beim Umspannwerk zusammen und wird von vier Transformatoren auf 155 Kilovolt umgespannt. Alle Betriebsmittel für den Netzanschluss des Offshore-Windparks befinden sich im geschlossenen Korpus der Plattform und sind so vor der aggressiven salzhaltigen Atmosphäre geschützt. Ja, hier wäre man auch sicher gegen das Corona-Virus.

Die derzeit vielleicht sichersten Orte der Welt vor Corona – Privatinseln (im eigenen Besitz!!).
Zu Hause bleiben – das ist in Corona-Zeiten das Gebot der Stunde. Nur: Was die Bleibe betrifft, gibt es eben solche und solche. Der Hamburger Farhad Vladi verkauft private Inseln – und wirbt mit dem Slogan: „Der derzeit sicherste Ort der Welt“. Also Quarantäne mal anders. Für den geneigten Käufer mit entsprechendem Bankkonto standen vor einiger Zeit die Inseln „Reids Island“ in Kanada (Kaufpreis 595.000 Kanadische Dollar) , die 400 Hektar große „Isla Porcada“ in Panama (Kaufpreis 10,8 Millionen US-Dollar), „Galloo Island“ in den USA – immerhin mit eigener Landebahn (Kaufpreis 10,8 Millionen US-Dollar) – und die Tropen-Insel „Motu Teta“ in Französisch-Polynesien (Kaufpreis 2,6 Millionen Euro) zur Auswahl. Nirgends kann man dem Corona-Virus besser (aber sehr Teuer) von der Schippe springen, als hier.

Auch hier gibt es wohl kein Corona?
Einige Orte auf der Welt scheinen von der Ausbreitung des Virus verschont geblieben zu sein – beispielsweise Inseln. Sie sind in der Corona-Krise so etwas wie Zufluchtsorte. Abgeschieden, kontrollierbar, abgegrenzt – das ist zumindest die Hoffnung. Sie haben alle eins gemeinsam: Die geografische Abgeschiedenheit. Die Cookinseln, Mikronesien, Palau, Tongs, Niue … sind Inselstatten im Pazifik, weit weg vom Festland.

Im „Atlas der Abgelegenen Inseln“ finden sich viele geeignete Inseln. Judith Schalansky berichtet in ihren Buch über fünfundfünfzig – wirklic- abgelegene Inseln, auf denen auch ich nie war und wohl auch niemals sein werde. Es ist „Fernweh zwischen zwei Buchdeckeln“. Dabei ist eines ganz klar, wer dorthin reisen will muss dies in seinem Kopf stattfinden lassen, mit dem Finger auf der Landkarte, außer er hat Zeit (viel davon) und Geld (auch viel davon). Doch mit Schalanskys Neuausgabe (fünfundfünzig Inseln) geht das richtig gut. Und vor Corona wäre man auf einigen der Inseln sicher ganz sicher – aber auch GANZ alleine!

Hier geht es zur Buch Rezension

https://ullrichhoe.com/2021/10/19/mein-buchtipp-judith-schalanskys-atlas-der-abgelegenen-inseln-funfundfunfzig-inseln-auf-denen-ich-nie-war-und-niemals-sein-werde-neuausgabe-oft-kopiert-nie-erreich/