„Postfaktisch“ ist das Wort des Jahres 2016. Das Kunstwort, eine Übertragung des englischen Begriffes post truth, verweise, so die Jury, darauf, dass in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend Emotionen wichtiger seien als Fakten. „Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen „die da oben“ bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptiere“, heißt es in der Begründung der GfdS.

Auf den zweiten Platz wählte die Jury Brexit. Auch das Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU, das im Juni stattfand, sei ein Triumph postfaktischer Politik gewesen.
Mit der altbekannten Zusammensetzung Silvesternacht (Platz 3) wurde 2016 eine neue, unerfreuliche Assoziation verbunden. Gemeint waren die sexuellen Übergriffe auf Frauen sowie andere Straftaten, die in der Nacht auf den 1. Januar 2016 in Köln und etlichen anderen Städten von Gruppen junger Männer aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum verübt worden waren.
Schmähkritik (Platz 4) nennt man eine kritische Äußerung, bei der nicht eine sachliche Auseinandersetzung, sondern die Diffamierung einer Person im Vordergrund steht. Die Grenzen des Erlaubten versuchte der Satiriker Jan Böhmermann durch ein beleidigendes Gedicht auf den türkischen Staatspräsidenten Erdoğan mit dem Titel Schmähkritik vor Augen zu führen..
Der Trump-Effekt, von der GfdS-Jury auf Platz 5 gewählt, steht für vermutete Auswirkungen des amerikanischen Wahlkampfs und des für viele überraschenden Ergebnisses.
Platz 6 belegt der Ausdruck Social Bots. Unter einem Bot (von englisch robot ›Roboter‹) versteht man ein Computerprogramm, das automatisch bestimmte sich wiederholende Aufgaben bearbeitet. In sozialen Medien können solche Programme dazu eingesetzt werden, um Werbung oder auch politische Propaganda zu verbreiten. Dabei ist meist kaum oder gar nicht erkennbar, dass eine Nachricht oder ein Kommentar nicht von einer realen Person stammt, sondern maschinell erzeugt wurde.
Karikatur gefunden in der Main Post vom 10. Dezember 2016
Karikaturist/Zeichner: Koufogiorgos