Das Cape Epic in Südafrika gilt als das größte und wichtigste MTB-Etappenrennen der Welt. Dementsprechend wird der Mehrtagesklassiker am Kap der Guten Hoffnung in der Szene auch gerne als die „Tour de France der Mountainbiker“ bezeichnet.

617 Kilometer und 16.500 Höhenmeter an acht Tagen: Das Etappenrennen „Cape Epic“ wurde 2024 zum 20. Mal ausgetragen und gilt bei den Mountainbikern als das schwerste Etappenrennen der Erde. Das Rennen ist bei den Fahrradfreaks beliebt: In diesem Jahr hatten sich exakt 727 Teams angemeldet. Die Mannschaften bestanden aus genau zwei Personen. Dabei war es egal, wie sich die Zweierteams zusammensetzten: verschiedene Altersgruppen, unterschiedliche Nationen, auch Mixed-Teams waren möglich.

4.000 Euro Anmeldegebühr: Die Teilnahme an dem Rennen ist nicht ganz billig, etwa 4.000 Euro kostete der Startplatz für die ausländischen Teilnehmenden, die sich entweder durch Qualifikationsrennen oder durch eine Lotterie in die Startliste eintragen konnten. Einige Startplätze wurden zudem an die ersten und schnellsten Anmeldenden vergeben. Südafrikanische Sportler zahlten knapp 2.800.

Die Strecke: Staubig, heiß und steinig – die Strecke des Absa Cape Epic verlangt von den Profi- und Amateurpaarungen auf den acht zu bewältigenden Etappen alles ab. Im Jahr 2024 führte der Kurs über 617 Kilometer und 16.500 Höhenmeter vom Lourensford Wine Estate rund 50 Kilometer westlich von Kapstadt und die Zwischenstationen Saronsberg und Wellington ins südafrikanische MTB-Mekka Stellenbosch.

17. März – Prologue:  Ausgefahren wurde der Prolog im Zeitfahrmodus. Jeder hatte somit das Privileg, einmal auf der Startrampe stehen zu dürfen. Die Start- und Zielgasse vor sich und die Berge am Horizont. 700 Höhenmeter und 26 Kilometer Vollgas durchs Lourensford Wine Estate. Wer das Glück oder eben Pech hatte, bereits um 6:45 Uhr als erstes auf der Rampe zu stehen, brauchte sich mit den 35 Grad der Mittagshitze noch nicht auseinander zu setzen

18. März – Stage 1 – Singletrails.  Die erste Etappe hatte es in sich: 88 Kilometer und 2450 Höhenmeter. Ein Auftakt nach Maß, standen doch vier Berge im Weg bis zur Ziellinie. Die Teilnehmer waren vorgewarnt, nach den ersten 20 flacheren Rennkilometern auf etwas breiteren Wegen, verlässt man die Trails eigentlich nicht mehr wirklich. Ein Privileg Südafrikas, so scheint es. Was aber auch heißt, es ist fahrtechnisch herausfordernd und man muss immer höllisch aufpassen. Der Untergrund oft ein Gemisch aus Lehm, Sand und Steinen.

21. März – Stage 4 – 45 Grad im Schatten – die Königsetappe: Wegen der gefühlten 45 Grad wurde die Königsetappe gekürzt. Dennoch standen 2500 Höhenmeter Kletterei und 73 Kilometer auf dem Tacho. Zum Aufwärmen bekamen alle Teilnehmer drei Anstiege serviert, bevor es in das eigentliche Kletterhighlight ging: die nicht enden wollenden Serpentinen von Aap d’Huez – der südafrikanischen Variante der legendären Tour de France-Anstiegs Alpe d’Huez – und Cliff Hanger.

22. März – Stage 5: Ein Trailfeuerwerk namens Roller Coaster, Happy Hog, Dirty Dancing, True Grit Die wahrscheinlich schnellste Etappe der Cape Epic 2024 stand auf dem Programm. Viele Wellen zum drüber drücken und drei kürzere Berge, zwei davon Trailanstiege über gefühlt hundert Serpentinen. Das Ganze beziffert: 1750 Höhenmetern auf 70 Kilometer verteilt.

24. März – Finale/Stage 7: 65 Kilometer und weitere 2.000 Höhenmeter warteten auf der Schlussrunde um Stellenbosch.

Die Gesamtwertung: Anne Terpstra und Nicole Koller (GHOST Factory Racing) gewinnen mit 30:56:22 h mit 8:36 Minuten Vorsprung auf Mona Mitterwallner und Candice Lill (Cannondale Factory Racing) und 35:48 Minuten vor Sofia Gomez Villafane und Samara Sheppard (Toyota-Specialized-NinetyOne Team).

(Alle Zeichnungen: cartulli 04/2024 – CCC Cuxhaven-Cartoon-Center – Die Storyfactory)

Warnung: Karikaturen können Spuren von Satire enthalten und sind für Andersdenkende nicht geeignet.