Auf dem Technologie-Campus Steinfurt baut das Team Racing Power Münster (RPM), bestehend aus Studierenden der FH Münster und Universität Münster, einen eigenen E-Rennwagen, um damit im Laufe des Jahres an den internationalen Konstruktionswettbewerben der Formula Student teilzunehmen und sich dort mit anderen Hochschulgruppen aus ganz Europa zu messen. Integrierbar ins Studium ist die Arbeit am Rennwagen auch, wie die Bachelorarbeit von Viktoria Sobkowicz zeigt: Am Metall-3D-Drucker im von Prof. Dr.-Ing. Hilmar Apmann geleiteten Labor für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik hat die Maschinenbau-Studentin die Bremssättel für den Wagen selbst konstruiert und sie mithilfe von Laboringenieur Steffen Florian und dem Institut für Produktionsmanagement und -technik unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jan Dege der Technischen Universität Hamburg-Harburg hergestellt.

Maschinenbau-Studentin Viktoria Sobkowicz hat in ihrer Bachelorarbeit Bremssättel am Metall-3D-Drucker im Labor für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik produziert. Diese werden für die E-Rennwagen des Formula-Student-Teams Racing Power Münster der FH Münster, dem die Studentin angehört, und für das Team der Technischen Universität Hamburg verwendet. (Foto: FH Münster/Frederik Tebbe)

Die Grundlage für die Bremssättel – also jener Teil einer Scheibenbremse, der die Bremsbeläge über die Bremsscheibe spannt – hat Sobkowicz einem passenden Modell aus dem Handel entnommen. „Ich habe mich für die Maße daran orientiert, als ich das 3D-Modell für den Druck konstruiert habe“, erklärt die Studentin. „Jedoch habe ich sie dann in einem nächsten Schritt für die Anforderungen an unseren Rennwagen angepasst.“ Unter anderem hat sie eine Topologie-Optimierung durchgeführt: Dabei berechnet ein Programm die Kräfte, die auf das Bauteil wirken. Für stark belastete Stellen wird im Metall-3D-Druck dann mehr Material verwendet, für weniger belastbare Stellen wird es jedoch auch reduziert. „Das sorgt gleichermaßen für eine Gewichtsersparnis an den Sätteln und eine verbesserte Funktion, was bei einem Rennwagen durchaus wichtig ist“, so Sobkowicz. 

Der Metall-3D-Drucker schmilzt per Laser Aluminiumpulver und stellt daraus das gewünschte Bauteil her. (Foto: FH Münster/Viktoria Sobkowicz)

Steffen Florian promoviert am Metall-3D-Drucker im Labor für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik. Er hat die Studentin dabei unterstützt, die Modelle zu prüfen, die Stützstrukturen für den Druck richtig zu dimensionieren und die Teile schließlich an der Maschine herzustellen. „Das Labor hat mich bei der Arbeit sehr unterstützt“, sagt die Studentin.

Die fertigen Bremssättel hat im Anschluss ein Team der Technischen Universität Hamburg-Harburg auf einer Fräsmaschine nachbearbeitet. Sowohl das Münsteraner als auch das Hamburger Formula-Student-Team erhalten die für die jeweiligen Teams unterschiedlich entwickelten und konstruierten Bremssättel. (Foto: TU Hamburg/Lasse Evers)

Nach dem Druck gingen die Teile an die Technische Universität Hamburg-Harburg. Das Institut für Produktionsmanagement und -technik hat die insgesamt acht Bremssättel nachbearbeitet. Zustande gekommen ist das Projekt durch eine Kooperation der Professoren Apmann und Dege.

Auch in Hamburg entsteht ein Rennwagen für die Formula Student. Das dortige Team hat seine eigenen Bremssättel konstruiert, die an der FH Münster gedruckt worden sind – so erhalten beide Teams extra angefertigte Bremssättel. „Ich freue mich sehr über die gelungene Zusammenarbeit und die Möglichkeit, das Formula-Student-Projekt auch mit einer Bachelorarbeit unterstützen zu können“, sagt Apmann. 

Mehr zum Labor für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik
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