
15. Etappe | 14. Juli | Loudenvielle – Plateau de Beille | 198 km
Fast 200 Kilometer lang ist dieses 15. Teilstück. Zwei schwere Wochen haben die Fahrer in den Beinen, wenn sie an diesem Sonntag in Loudenvielle an den Start gehen. Der letzte Ruhetag ist in Sichtweite, doch bis zur verdienten Pause muss erst dieser Pyrenäen-Tag überstanden werden. Es geht nach dem Start direkt bergauf. Unangenehm für die Sprinter, aber auch die GC-Fahrer. Denn solch Start lässt sich nicht so leicht kontrollieren. Auf den 20 Kilometern nach der ersten Abfahrt bis zum zweiten Berg lässt sich aber einiges korrigieren. Doch dieser Col de Mente ist heftig, mit dem Col de Portet-d’Aspet im Anschluss richtig unangenehm. Mit komplett eskalierenden Klassementfahrern ist hier sicher nicht zu rechnen, weil ein langer flacher Abschnitt folgt, doch die Fahrer sammeln schnell reichlich Höhenmeter. Am Col d’Agnes können die Kletterer mal in sich hineinfühlen, ob der Körper bereit ist, für das schwere Finale.
Am Ende der Etappe geht es nach Plateau de Beille. Ein langer Schlussanstieg, an dem die Karten auf den Tisch kommen. Die Action der GC-Fahrer wird sich auf diese Schlusssteigung begrenzen, doch diese Bergankunft gibt die taktische Ausrichtung für die Schlusswoche vor. Die Straße ist breit, die Steigung wechselt. Ein starkes Team kann hier ein Ausscheidungsfahren veranstalten und die finale Attacke des Leaders vorbereiten. Wer hier einen schwachen Moment hat, kann sehr viel Zeit verlieren.
Vor dem zweiten Ruhtetag wird der Sieger der Tour de France noch nicht feststehen, aber nach der Bergankunft in Plateau de Beille ist klar, wie die Kräfteverhältnisse bergauf sind. Es ist eine wichtige Etappe für alle Klassementfahrer, deren Ausgang bestimmt, wie sie in der Schlusswoche agieren müssen. In den Pyrenäen sollte man zudem das Wetter stets als Unsicherheitsfaktor betrachten. Ist es an diesem Tag kalt und nass, könnten im Schlussanstieg die Abstände größer sein, als man erwartet.
Zum Doppel-Pack in den Pyrenäen zählt der Abschnitt von Loudenvielle zum Plateau de Beille. Die zweite Bergankunft dieser Tour findet am französischen Nationalfeiertag statt. Auf dem 198 Kilometer langen Ritt summieren sich die An- und Aufstiege an den fünf kategorisierten Bergen auf insgesamt 4.850 Höhenmeter.
Doch das sind nur die nackten Zahlen. Die Dramaturgie der Anstiege könnte diesen Tag zu einem echten Spektakel werden lassen. Denn vom Start weg führt die Strecke auf den Col du Peyresourde. Wer einen schlechten Tag erwischt, wird gleich zu Beginn gnadenlos abgestellt. Und wer seine Teamkollegen als Relaisstation nach vorne schicken will, wird kaum eine bessere Möglichkeit finden.
In der Folge ließe sich das Peloton am Col de Mente und Col de Portet-d’Aspet bei entsprechender Tempoarbeit verkleinern. Das Finale wird dann am Anstieg zum Col d’Agnes eingeläutet. Über den Port de Lers gelangen die Fahrer dann zum Finalaufstieg Plateau de Beille.