Liebe Autorennfahrer und -fahrerinnen, mit nicht wenigem Erstaunen nehmen wir unbeteiligten Normalstraßenbenützer in regelmäßigen Abständen zur Kenntnis, dass ihr oft zu nachmitternächtlicher Stunde, wo die Asphaltpisten fast leergefegt sind, die Spur trotzdem nicht zu halten im Stande seid und statt dessen manchmal Rivalen oder Kiesgruben anvisiert und von dort via Totalcrash in den Betonhimmel oder in die Autohölle wandert. Und dies wahrscheinlich unabsichtlich. Oder etwa nicht?

Natürlich ist es jedem überlassen, die Gunst der nächtlichen reduzierten Fahrzeugfrequenz zu nutzen, die Anzahl Mitreisender selbst zu bestimmen und die Abflugschneise ins Jenseits frei zu wählen. Auch kann niemand daran gehindert werden, sein Kraftpaket auf PS-Tüchtigkeit zu testen, zumal dieses eben nicht selten zu seiner Tachometermarke von über 200 km/h animiert.

Klar, ein Serienauto möchte nicht ewig im Schatten seiner Kollegen auf den Autobahnen fahren und will deshalb auch einmal gefordert sein, will seine Leistungsgröße ausloten, will eine Existenzbestätigung und sein Selbstwertgefühl befriedigen. Und so muss solch ein begnadeter Hobby-Asphalt-Formel-1-Cowboy am effizientesten im ritterlichen Duell, wohl oder übel mal das Gaspedal lustvoll bis auf den Boden durchdrücken und so die ideale Harmonie zwischen Maschine und Pilot in ergonomischer Weise herstellen.20160302_150428

Klar ist dabei auch, dass diese schmalspurigen Testpisten selten geeignet sind für solche Testläufe. Daher ist es auch verständlich, wenn ihr gelegentlich einen Ausreißer mit totaler Autozerlegung fabriziert. Deshalb sind gewisse gesellschaftliche Kreise wie Otto-Normalverbraucher, die Polizei und des nachts Straßen überquerende Wildtiere und liebestolle Frösche nicht sonderlich begeistert ob der nächtlichen rücksichtslosen Raketenstart-Orgien. Geschweige denn die übermüdeten Aufräummannschaften, die aus dem Schlaf gerissenen Helikopter-Piloten oder die Notärzte.

Wenn ihr also beim künftigen promille- und nikotingeschwängerten Barbesuch eure nächsten spontanen ultimativen Raserkicks plant, alarmiert doch bitte vorher das Rote Kreuz, den ADAC und die Polizei, damit sich die Pisten in ordnungsgemäßem Zustand befinden und Schrotthändler sich im voraussichtlichen Zielgebiet oder mindestens im möglichen Aktionsradius aufhalten.