5 – Von Holzgau nach Bach, 9,5 km, ca. 4h anspruchsvoller Wanderweg +743/-778 hm

Der Wanderweg von Holzgau bis Bach führt über 9,5 km auf einem anspruchsvollen Bergweg. Für die Schwindelfreien führt der Lechweg über die längste und wohl spektakulärste Fußgängerhängebrücke Österreichs.

Das Highlight des heutigen Tages ist 200,5 Meter lang und 110 Meter hoch – die Hängebrücke die Höhenbachschlucht. Wer nicht schwindelfrei ist, wandert auf der Originalroute in das Höhenbachtal hinein, am Simmswasserfall vorbei bis zur Einkehrmöglichkeit Café Uta. Von dort führt ein Wanderweg hinauf zur Schigge und weiter Richtung Bach.20160626_130313-1

Heute beginnt unsere Etappe nach dem Frühstück direkt in Holzgau und ohne den Bus. Von unserer Ferienwohnung geht es direkt ins Höhenbachtal, um beide Holzgauer Highlights, Hängebrücke und Simms-Wasserfall, anzuschauen. Die Hängebrücke – man-oh-man – die ist nicht nur über 100 Meter hoch, sondern hat auch noch einen durchsichtigen Boden. Mit unserer Wegwahl hatten wir aber auch die Möglichkeit, der Brücke aus dem Weg zu gehen. Mit zittrigen Knien, festem Blick und an der Hand meiner Frau ging es über die Brücke – aber sicher nicht noch einmal. Ganz sicher nicht!

Es folgt dann der Simms-Wasserfall und die Einkehrmöglichkeit Cafe Uta. Von hier leitet uns die „L“-Markierung des Lechweges nach rechts und über einen Waldweg zum Holzgauer Aussichtspunkt Schigge, toller Ausblick ins Tal, von dort weiter Richtung Bach.

Auf dem Wanderweg vom Bengler Wald zum Seesumpf, sollten Sie unbedingt einen kurzen Abstecher zum sagenumwobenen Modertal-Wasserfall machen – ich sage nur spannend und Energiereich. Am Seesumpf geht es dann rechter Hand wieder hinein in den Wald. Nach kurzer Gehzeit erreichten wir eine kleine Kapelle. Von dort führte unsere Wanderung über den Kreuzweg hinunter nach Bach.

Etappe geschafft – Hängebrücke nie wieder, Modertal-Wasserfall und Simms-Wasserfall immer wieder. Es war ein sehr ereignisreicher Tag.

Aus dem Prospekt
Der im 19. Jahrhundert künstlich angelegte Simms-Wasserfall liegt im vorderen Höhenbachtal in der Nähe von Holzgau. Der Wasserfall wurde am Ende des 19. Jahrhunderts vom Engländer Frederic Simms durch Sprengungen angelegt. Der Wasserfall ist etwa 30m hoch und wird vom Höhenbach gespeist. Seit einigen Jahren wird wieder ein Teil des Wassers in das ursprüngliche Bachbett abgeleitet. An der rechten Talseite führt der Weg Richtung Rossgumpenalm/Café Uta vorbei, dadurch kann man den Wasserfall aus direkter Nähe beobachten. Im Winter gefriert der Wasserfall zu und kann zum Eisklettern genutzt werden. Simms_Wasserfall_2

Holzgauer Hängebrücke: Die Brücke überspannt die wildromantische Höhenbachschlucht bei Holzgau und ist eine 200,5 Meter lange, 1,20 Meter breite und 110 Meter hohe Seilhängebrücke. Die 1 m breite Lauffläche zwischen den Tragseilen der Hängebrücke ist mit Gitterrosten ausgelegt. Die Brücke verbindet die Sonnenhänge am Gföllberg mit den Sonnenplateaus am Schiggenberg.

An den beiden Rändern der Schlucht befinden sich 5,20 m hohe, aus Stahlträgern gefertigte Pylone, über die die beiden, 50 mm starken Tragseile geführt werden, die hinter den Pylonen mit je neun Felsankern im Boden verankert sind. An den Tragseilen sind die senkrechten Hänger befestigt, die die mit einem Gitterrost belegte Lauffläche tragen. Zu beiden Seiten der Lauffläche ist ein 1,30 m hoher Handlauf montiert, der mit dem Gitterrost durch ein Maschendrahtgitter verbunden ist. Die Brücke ist durch schräg nach unten zu den Hängen der Schlucht führende Seile abgespannt, um zu starke Schwingungen zu verhindern. Nachts wird die Brücke mit LED beleuchtet. 20160626_130354-1

Der Modertal-Wasserfall ist etwas ganz Besondere. Um dieses Tal rankt sich so manche Geschichte. Auf dem Hügel gleich neben dem Weiler Seesumpf wohnte viele Jahrzehnte lang ein Zwerg namens Klapfhart. Er stieg jeden Tag hinauf zur Rothornspitze, wo er in seinem Bergwerk arbeitete. Er hatte einmal von einem Venediger-Männlein, dem er das Leben gerettet hatte, einen Zauberspiegel geschenkt bekommen. Damit konnte man alle verborgenen Schätze im Inneren der Berge aufspüren. Und dieser Spiegel hatte ihm am Fuße der Rothornspitze eine Erzader gezeigt. Durch das Schürfen dieses Erzes konnte der Zwerg so viel Geld verdienen, dass er ein angenehmes Leben zu führen vermochte.modertal-wasserfall

Eines Tages erzählte ihm ein altes Weiblein, dass der Legende nach in einer Höhle im nahe gelegenen Modertal ein Drache einen riesigen Schatz behütete. Hinter einer großen Felswand stürzte der Modertalbach durch eine Öffnung in die Tiefe und sein Wasser bildete einen unterirdischen See. Gleich am Ufer dieses Höhlen-Sees lag der Drache auf der Lauer, um jeden zu verschlingen, der es wagte, sich dem großen Schatz auch nur zu nähern.

Die Fortsetzung der Geschichte erfahren Sie am Wasserfall Modertal, dort steht eine Tafel mit der ganzen Sage.