Digitale 3D-Modelle sind für den Schiffbau essentiell und umfassen alle Konstruktionsdaten. Im Betrieb wird hierauf jedoch kaum zurückgegriffen. Fraunhofer-Forscher zeigten dieses Jahr auf der SMM in Hamburg, wie die 3D-Daten auch auf mobilen Geräten einen Mehrwert liefern.

Mit seiner Komplexität stellt ein modernes Schiff viele andere Fortbewegungsmittel in den Schatten. Millionen Einzelteile sind notwendig, damit beispielsweise ein Containerfrachter über den Atlantik fahren kann. Heutzutage werden alle Schiffe mit CAD-Programmen konstruiert und dabei als 3D-Modell visualisiert. „Aus diesen vorhandenen Daten lässt sich für den gesamten Schiffslebenszyklus ein Mehrwert generieren“, erklärte Professor Uwe von Lukas vom Fraunhofer IGD. „Neben organisatorischen und rechtlichen sind es vor allem technische Schwierigkeiten, welche die weitere Nutzung dieser Informationen behindern.“2016-08-30_igd-28-02-12-16746_montage2_webbild

Die 3D-Daten der Schiffe bieten zusammen mit den digitalen CAD-Plänen eine sehr gute Grundlage zur Unterstützung aller Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben. Auch für VR-Trainingsprogramme sind sie eine gute Basis. Bisher haben sie jedoch den Nachteil der enormen Größe, die sie nur auf sehr leistungsstarken Rechnern handhabbar macht. Zudem ist es schwer, die Pläne aktuell zum realen Schiff zu halten. Bauliche Änderungen sind im jahrzehntelangen Betrieb üblich.

So werden Konstrukteure, Designer und Kooperationspartner gleichermaßen in die Lage versetzt, über einen gewöhnlichen Web-Browser jederzeit auf die aktuellen 3D-Daten eines Schiffes zuzugreifen. Dabei wird das zugrundeliegende 3D-Modell mit der vom Fraunhofer IGD entwickelten instant3Dhub-Plattform auch für Tablets und Smartphones handhabbar. Auch Mitarbeiter außerhalb der Konstruktionsabteilung können so auf die Daten zugreifen.

„Hierdurch leisten wir einen Beitrag, den Ansatz der Industrie 4.0 für die maritime Industrie zu erschließen“, sagt von Lukas.

(Bilder: Fraunhofer IGD)