Man sollte es nicht meinen, aber die Erde ist eine Welt der Extreme – von Glutheiß bis Eiskalt und überall leben Menschen, welche sich auf diese Extreme eingelassen haben. Ein Leben am Limit
In naher Zukunft werden sich durch die Klimaerwärmung einige Siedlungsgebiete für den Menschen als unbewohnbar erweisen. Wo aber liegen für den Menschen die Grenzen des Möglichen? Eine Antwort findet man in jenen Gebieten, wo schon heute die Menschen am Limit leben.
Cherrapunji ist ein Ort im indischen Bundesstaat Meghalaya mit knapp 12.000 Einwohnern (Zensus 2011), die überwiegend zum Volk der Khasi gehören. Der Ort ist einer der regenreichsten der Erde. Nach demGuinness-Buch der Rekorde hält der Ort zwei Weltrekorde:
- fiel hier der größte Niederschlag in einem einzelnen Jahr: 26.461 mm zwischen dem 1. August 1860 und dem 31. Juli 1861
- fiel hier auch der größte Niederschlag in einem einzelnen Monat: 9299,96 mm im Juli 1861.
Der durchschnittliche jährliche Niederschlag in Cherrapunji beträgt 11.430 mm. Damit steht der Ort auf dem dritten Platz hinter Mawsynram, ebenfalls in Meghalaya 16 km westlich von Cherrapunji, dessen Durchschnitt 11.873 mm beträgt, und dem Berg Wai’ale’ale auf der InselKauai inHawaii, dessen Regendurchschnitt 11.684 mm ist.
Im der afrikanischen Republik Niger kämpft man dagegen um jedes einzelne grüne Gewächs. Dort leben die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes am Limit: kaum Wasser, unter glühender Sonne, in Furcht vor Dürre und Hungersnot und immer auf der Flucht vor dem Sand.
Nach unterschiedlichen Messungen ist die Oase el-Kharga in Ägypten mit durchschnittlich 0,3 Liter Niederschlag, der trockenste Ort der Welt. Der jährliche Niederschlag dort füllt nicht einmal eine Getränkedose.
Die am höchsten und die am tiefsten gelegenen, bewohnten, Siedlungen der Erde trennt ein Höhenunterschied von mehr als 5.800 Meter. Als die höchstgelegenste Stadt der Welt gilt La Rinconada, eine Siedlung in der Region von Puno, Peru. Es ist eine Goldgräberstadt, die ihren Bewohnern buchstäblich den Atem raubt. Sie leiden allesamt mehr oder weniger an der Höhenkrankheit. Am Toten Meer, das 425 Meter unterhalb des Meeresspiegels liegt, ist der Luftdruck mehr als doppelt so hoch wie in La Rinconada. Das Ufer des Toten Meeres gilt als der am tiefsten gelegene, nicht von Wasser bedeckte Ort der Erde.
Hier eine kleine Hitliste der Extreme
Die Klimazonen unseres Planeten reichen von Gluthitze bis Eiseskälte. Die Rekordwerte für Lufttemperaturen liegen bei plus 57,8 Grad und minus 89,2 Grad Celsius – das macht einen Unterschied von minus 150 Grad.
Der kälteste, stillste und sicher trockenste Ort der Erde heißt »Ridge A« und befindet sich in 4053 Metern Höhe auf einem antarktischen Plateau. Hier, im australischen Territorium der Antarktis, wird es im Winter bis zu minus 70 Grad Celsius kalt. Außerdem ist die Luftfeuchtigkeit so niedrig, dass sich keine Wolken bilden können.
Als die trockenste Region auf unserem Planeten gilt die Atacama-Wüste. Selbst der trockenste Ort in der Sahara bekommt in der Regel einige messbare Niederschläge pro Jahr oder wenigstens alle paar Jahre. In der Atacama vergehen hingegen oft mehrere Jahre ohne messbare Niederschläge.
Am heißesten ist es dagegen wohl in der iranischen Lut-Wüste, wo man mit plus 70,7 Grad Celsius die wohl höchste Temperatur auf der Erde gemessen hat.
Leben ist hier, wenn es existiert, ein Leben am äußersten Limit
Regenfälle mit 60 Liter Niederschlag in der Stunde in Europa, tödliche Trockenheit dagegen am Horn von Afrika. Ereignisse, die drastisch vor Augen führen, welche Klima-Szenarien möglich sind.