Als Pol der Unzugänglichkeit bezeichnet man verschiedene Positionen auf der Erde, an Land oder auf dem Wasser, die eine möglichst große Entfernung zur nächsten Küste haben. So ist beispielsweise Tristan da Cunha  im  Südatlantik, die unzugänglichste bewohnte Insel der Welt. Von dort  braucht man etwa 2000 km bis zur nächsten bewohnten Insel (Saint Helena) und 2400 km bis zum nächsten Festland (Südafrika).

Der einsamste Ort aber überhaupt ist Point Nemo. Der Pazifische Pol der Unzugänglichkeit (auch Point Nemo oder Wasserpol genannt) befindet sich bei den Koordinaten 45°52.6S, 123°23.6W und ist die Stelle auf der Erdoberfläche, die am weitesten von Festländern und Inseln entfernt ist. Er befindet sich im südlichen Pazifik, 2688 km vom nächstliegenden Land.

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Bild: Earth Cronicles

Wenn Du also einmal abschalten willst, weg vom Berufsstress, usw. Point Nemo wäre da eine interessante Alternative. Point Nemo ist ein Punkt mitten im Nirgendwo des Pazifik – doch geographisch gesehen ist es der Ort, der weiter von jeglicher Landmasse entfernt ist als jeder andere. 2778 km sind es, laut dem Onlineportal cvon Red Bull, zufolge bis nach Auckland in Neuseeland, 3978 km bis in brasilianische Itajai und 2688 km nach Maher Island in der Antarktis. Wenn man das lateinische Wort ‚Nemo‘ übersetzt, landet man bei ‚niemand‘ – ein ziemlich passender Name für einen so einsamen Ort. Das schnellste Boot brauchte 15 Tage, 10 Stunden und 37 Minuten um dort hinzukommen.

„Entdeckt“ wurde Point Nemo erst 1992 von dem Vermessungstechnicker Hrvoje Lukatela, und zwar mittels einer speziellen Computersoftware unter Einbeziehung der Kugelform der Erde. Und jetzt wird es skurril: Point Nemo, benannt nach dem gleichnamigen Kapitän aus Jule Vernes Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“, ist so weit von jedem besiedelten Punkt entfernt, dass einem Besucher dort die Astronauten auf der ISS näher wären als jeglicher Mensch auf der Erde.

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Und natürlich schürt ein solch abgelegener Ort auch Spekulationen – als Spekulationen – als Ozeanographen 1997 ein mysteriöses Geräusch aufzeichneten, das aus der Nähe von Point Nemo zu kommen schien, wurde hier schon ein Seemonster als Verursacher vermutet. Später fanden Wissenschaftler dann aber heraus, dass auseinanderbrechende Eisberge verantwortlich waren für das Geräusch, der Schall trug es dann unter Wasser offenbar weiter.

Leben ist hier fast unmöglich. Point Nemo liegt in der Meeresströmung des so genannten Südpazifischen Wirbels, und das rotierende Wasser dort hält anderes, nährstoffreicheres Wasser ab – zudem ist das Festland derart weit enfernt, dass der Wind kaum Nährstoffe irgendeiner Art zum Point Nemo tragen könnte, die eine Entwicklung von Leben begünstigen würden. Der Ozeanograph Steven D’Hondt bezeichnete den Meeresboden unter Point Nemo als den „biologisch inaktivsten der gesamten Weltmeere“. Die einzigen Menschen, die Point Nemo vielleicht schon einmal besucht haben, sind Teilnehmer von Segelregatten wie dem „Volvo Ocean Race“, welche dort gelegentlich schon mal vorbei fahren.

Wer es trotzdem einmal versuchen will, hier sind die Geodaten von Point Nemo: 45°52.6S, 123°23.6W – aber denkt dran, hinfahren ist schon ein Problem, zurückfahren ein Weiters.  Trotzdem viel Spaß.

Noch ein Rat: Der Mount Everst „Ganz oben“ ist zu Point Nemo keine Option. Im Basislager und auf dem Gipfel gibt es viel zu viele Menschen. An der Bergspitze manchmal bis zu 20 Bergsteiger.