Der Verlag schreibt: Ob Tannheimer Tal, Kleinwalsertal, rund um Immenstadt, Oberstdorf oder Füssen: das Allgäu hat viele Gesichter. Von gebirgig bis lieblich, von ländlich bis urban. Lernen Sie alle Facetten – und Wanderschwierigkeitsgrade – der beliebten Ferienregion kennen. Bergjournalist Frank Eberhard führt Sie zu den Wanderhighlights seiner Wahlheimat.

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Wandertouren im Allgäu und Kleinwalsertal sind immer verbunden mit eindrucksvollen Erlebnissen, besten Aussichten und – je nach Routenplanung – Auspowern oder Genusswandern.

Schnell, einfach und bequem gelangen Sie mit den Bergbahnen in Gipfelnähe. Oben angekommen, können Sie beim Wandern in der Region Oberstdorf/Kleinwalsertal eine traumhafte Kulisse mit Ausblick über schroffe Berggipfel und weite Täler genießen. Dabei kommen Gäste unabhängig von ihrem Fitnesslevel voll auf ihre Kosten.

Zum Beispiel: „über den Grat“ gelaufen (nicht gewandert)

Als ich meiner Frau von dem Vorhaben „die Nagelfluhkette zu LAUFEN“ erzählte, erklärte sie mich für verrückt. Ich hörte dann nur noch „…du wolltest es doch nicht mehr machen, oder“? Naja, ich habe mich dann entschieden es durchzuziehen. Es war mal wieder so eine verrückte Idee von mir. Jetzt sollte es von der Hochgrat- Talstation über den Grat zum Mittag und nach Immenstadt gehen. Runde 25 km und das alles unter 7 Stunden. Es sollte nicht leicht werden. Aber wer hatte auch etwas von Einfach gesagt.

In der Vorplanung zu diesem Event half mir das neue Wanderbuch Allgäu von Bergjournalist Frank Eberhard. Gleich zu Beginn punkte der Wanderführer mit seiner extrem übersichtlichen, bestens zu allgemeinen Vorplanungen geeigneten. Alles Wichtige zur Lauftour konnte ich hier schon einmal entdecken.

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Einige steile Kilometer liegen zwischen der Hochgrat-Talstation, dem Hochgrat als höchstem Gipfel der Nagelfluhkette und dem Mittag, der den Bergkamm im Osten abschließt und als Aussichtswarte hoch über dem Illertal und Immenstadt sehr geschätzt wird. Der Hochgrat (1834 m) selbst wird häufig bestiegen, denn überaus bequem ist der kurze Anstieg von der Bergstation mit der Bergbahn.

Doch ich will HOCH laufen. Die Strecke zum Gipfel hatte 6040 m und eine Höhendifferenz von 850 m. Start war an der Hochgratbahn Talstationen und es ging hoch zur Hochgratbahn Bergstation. Eine rund zwei Kilometer lange Asphaltstrecke lässt bereits nach dem Start schon den beschwerlichen Anstieg zur Bergstation der Hochgratbahn in 1708 m Höhe erahnen, denn die Steigung ist hier bereits beträchtlich. Nach einer 500 m langen Erholung geht es zunächst durch Waldgelände, später über Wiesen serpentinenartig auf zumeist steinigen Bergwegen aufwärts. Ich brauchte bis zum Hochgratgipfel etwa 90 Minuten. Kleine Pause und dann ging es in die Hölle.

Neben einer Wanderkarte, für den Tag des Laufes, half mir das Wanderbuch mit vielen wichtigen Details. Zu sehr hetzen lassen sollte man sich jedoch nicht, denn dann kann man das durchweg schöne Panorama – auch bei diesem Extremlauf – nicht mehr richtig genießen. Tipp von mir: Wer schon früh morgens (bis ca. 9.00 Uhr) die Hochgratbahn nimmt und keine allzu langen Pausen einlegt, sollte eigentlich keine Probleme haben, die Mittagbahn rechtzeitig zu erreichen.

Damit hatte ich kein Problem, da meine Frau mich an der Talstation in Immenstadt abholen würde. Ich wollte alles LAUFEN! – nur vom Mittag ins Tal wollte ich die Bergbahn nutzen.

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Ich schaffte meine Lauftour in knapp 7 Stunden. Und was für ein herrlicher Anblick – meine Frau war pünktlich an der Talstation der Mittag-Bergbahn. Im Nachhinein muss ich feststellen, dass mein Vorhaben – Lauf vom Hochgrat zum Mittag über den Grat der Nagelfluhkette –  gelungen war. Und ehrlich das tolle Wanderbuch Allgäu hat da Spaß auf noch andere, weitere Lauftouren gemacht,

Mein Fazit: Gleich zu Beginn punkte der Wanderführer mit seiner übersichtlichen, sehr gut zu allgemeinen Vorplanungen geeigneten Darstellung. Schwierigkeitsgrad, Distanz, Dauer, Höhenunterschiede, dazu tabellarisch übersichtlich Verweise auf Einkehrmöglichkeiten, Seil-Sesselbahnen, Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und vieles mehr finden sich dicht direkt zu Beginn der Tourbeschreibung.

Dabei hat der Autor für jeden Geschmack und jede konditionelle Verfassung reichlich Auswahl an Touren und Routen im Angebot. Von 6 bis knapp über 30 Kilometer, von eher flachen Routen bis hin zu anspruchsvollen Höhenunterschieden, von etwa 2,5 Stunden bis hin zu Tagestouren, die 8 Stunden Wandern schon erfordern ist in diesem Wanderführer alles erläutert, erklärt und auf Karten eingezeichnet, was man benötigt, seinen Wanderaufenthalt im Allgäu gut zu verbringen. Dabei ist unbedingt zu beachten: „Die Zeitangaben im Buch sind als reine Gehzeiten zu verstehen“, Pausen müssen oben darauf gerechnet werden.

Da aber dieser Wanderführer vom Format her eher nicht dazu gedacht ist, in ständig mit sich zu führen, sollte Kartenmaterial, gerade für die längeren Touren, separat besorgt werden.

Um vielfältige Eindrücke von die Möglichkeiten des Wanderns im Allgäu zu erhalten, Touren bestmöglich vorzubereiten und einen sehr konkreten Eindruck davon zu erhalten, was auf und von den einzelnen Touren zu erwarten ist, bietet dieser Wanderführer einen hervorragenden Planungsbegleiter.