Die weltgrößte Container-Reederei Maersk Line schickt erstmals ein Containerschiff über die Nordostpassage von Wladiwostok nach St. Petersburg schicken. Der Start ist für die kommenden Tage geplant. Die Venta Mærsk wird Ende September in St. Petersburg erwartet. Rund ein Drittel der Fahrzeit könne auf der Reise von Asien nach Europa gegenüber der Fahrt durch den Suezkanal eingespart werden, hofft Maersk.

Dass die dänische Reederei ihre Probefahrt gerade jetzt unternimmt, hat gute Gründe: Wegen des Klimawandels ist die bis vor Kurzem nahezu unpassierbare Passage durch die Barentssee, vorbei am Nordpol durch das arktische Packeis und durch das Beringmeer nach Asien plötzlich schiffbar geworden.

Nach dem ungewöhnlich heißen Sommer auch auf der nördlichen Halbkugel sind die Chancen für eine erfolgreiche Passage größer denn je. Untersuchungen von Polarforschern und Meteorologen haben ergeben, dass das Polareis immer stärker abschmilzt.

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Dennoch sieht Maersk die Fahrt der „Venta Maersk“ bislang nur als einen Test an. „Die Versuchspassage erlaubt es uns, die operative Durchführbarkeit von Containerschifffahrt durch die Nordostpassage zu untersuchen und Daten zu sammeln“, erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber der norwegischen Online-Zeitung „High North News“, die als erste über die geplante Fahrt durch das arktische Eis berichtet hatte. Eine kommerzielle Alternative zum bestehenden Netzwerk sei die Route noch nicht.

Die jetzige Testfahrt ist mit den russischen Behörden nach einer gründlichen Analyse der Eisverhältnisse geplant worden“, teilte Maersk mit. „Sollte es notwendig sein, wird es Hilfe von Eisbrechern geben. Die Reederei setzt für die Testfahrt den neuen Frachter „Venta Maersk“ ein. Er wird auf der Reise durch die Nordostpassage unter anderem tiefgekühlten Fisch nach Europa bringen.

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Bislang ist die Fahrt an den Küsten Russlands bis nach Asien nur mit Hilfe von Eisbrechern möglich gewesen. Zu hoch stapelte sich das Treibeis auf, als dass es ein gewöhnlicher Frachter durchbrechen konnte. Doch seit einigen Jahren ist die Eisdecke wegen zunehmender Erderwärmung immer dünner geworden, sodass selbst in den Wintermonaten zuletzt mehrere Schiffe die Nordostpassage ohne Hilfe eines Eisbrechers passieren konnten.

((Artikel: Wirtschaftswoche; Bild: Maersk))