Nun sind die hiesigen Straßen in den meisten Fällen gut zu bewältigen. Doch was, wenn die Straße doppelt oder gar drei Mal so viel Steigung aufweist wie die Straßen, auf denen man sich sonst so bewegt?

Wie zum Beispiel die Baldwin Street im North East Valley bei Dunedin in Neuseeland. Die 350 Meter lange Straße, an der sich links und rechts eigens an die Schräge angepasste Wohnhäuser reihen, darf sich laut Guinness-Buch der Rekorde gar mit dem Superlativ schmücken, die steilste Straße der Welt zu sein. Die maximale Steigung beträgt 35 Prozent, das heißt: pro 100 Meter in der Waagerechten nimmt die Höhe um 35 Meter zu. ACHTUNG: Die Baldwin Street ist so steil, dass der obere Teil betoniert wurde, damit bei großer Hitze der Asphalt nicht davonfließen kann.

Jedes Jahr im September gibt es ein Rennen über 750 Meter Länge, bei dem diese Straße einmal hinauf und anschließend wieder hinunter zu laufen ist. Die Rekordzeit von 1:56 Minuten wurde 1994 aufgestellt. Am 14. Januar 2000 schaffte der Bayer Thomas Hugenschmidt mit seinem Fahrrad auf dieser Straße bergab einen neuen Geschwindigkeitsrekord von 117,3 km/h. 2001 starb eine 19-jährige Studentin bei dem Versuch, die Straße in einer mit zwei Personen besetzten Mülltonne hinunterzufahren. Die Mülltonne kollidierte mit einem abgestellten Anhänger, wobei die Studentin unmittelbar tödliche Verletzungen erlitt

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Nicht ganz so viel, aber immerhin noch beachtliche 27 Prozent Steigung wies die Lombard Street in San Francisco einst auf, die den Einwohnern zur Qual wurde. Dann hatte die Stadt Erbarmen mit Kniegelenken und Automotoren und ließ die steile Meile 1923 in Serpentinenform als Einbahnstraße umbauen – spektakulär ist sie aber immer noch – und ein Besuch wert..

Apropos San Francisco: Nur wenige Blocks von der Lombard Street entfernt liegt die Filbert Street, deren Gefälle von 31,5 Prozent bislang nicht durch Kurven entschärft wurde. Dafür besitzt sie das Privileg, bereits in mehreren Actionfilmen schon als „Sprungschanze“ für gewagte Stunts hergehalten zu haben.

Gute Nerven brauchen Autofahrer, welche die Waipio Road auf Hawaii befahren wollen. Durchschnittlich 25 Prozent beträgt das Gefälle hier, auf einem Teilstück sogar 37 Prozent. Wer neben dem Adrenalinkick noch Augen für die Landschaft hat, wird mit spektakulären Ausblicken auf das Meer und die Küste belohnt.

Hart wird es für Radfahrer und für Läufer, die sich auf den Hardknott Pass in England wagen. Der Gebirgspass hat eine Steigung von bis zu 33 Prozent und liegt auf einer Höhe von knapp 400 Metern.

In China gibt es eine 11 Kilometer lange, asphaltierte Straße, die über 99 Kurven hinauf zum 1518 Meter hohen Gipfel des Tianmen Mountain führt. Wahlweise können Besucher den Berg auch zu Fuß erklimmen oder die Seilbahn nehmen, die mit ihren rund 7500 Metern als die längste der Welt gilt.

Das ist die steilste Straße Deutschlands

Nicht etwa in den Alpen, sondern in einem kleinen Ort in Thüringen befindet sich die steilste Straße Deutschlands. Die 300 Meter lange Oberweißbacher Straße in Deesbach (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) hat eine Steigung von 25,3 Prozent.

Die steilste Einkaufsstraße Deutschlands finden sie in der Siegener Altstadt.

Col du Tourmalet, hinauf nach Alpe de’Huez, – es gibt Orte des Sports, die selbst längst zur Legende geworden sind. Die Steile Wand von Meerane gehört dazu. Nur 248 Meter ist die Straße in der westsächsischen Industriestadt lang. Doch sie hat es in sich! 12 Prozent Steigung müssen überwunden werden (oft mit der Fahrrad, oder auch Rennrad), um den Gipfel zu erreichen. Dass es dabei über Kopfsteinpflaster geht, ist eine zusätzliche Schikane.

Serpentinen gefragt?

Manche Straßen wiederum sind an sich gar nicht so steil, denn sie schlängeln sich in zahlreichen Kurven gewaltige Berge hinauf. Hier gibt es beispielsweise die Serpentinen der Stalheimskleiva (habe ich selber ausprobiert!!).  Stalheimskleiva ist der Name eines 1,5 Kilometer langen Straßenabschnitts, der sich vom Ende des Nærøydalen, in Norwegen, am Berghang hinauf nach Stalheim schlängelt. Die größte Steigung beträgt 1:5 oder 20 Prozent. Es ist eine der steilsten Straßen in Nordeuropa mit wunderschönen Ausblicken. Die Straße verläuft zwischen zwei rauschenden Wasserfällen, die beide von der Straße aus zu sehen sind. Im Norden sieht man den Wasserfall Sivlefossen mit rund 140 Metern Fallhöhe. Im Süden liegt der Stalheimsfossen mit 126 Metern Fallhöhe.

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In den Haarnadelkurven des Trollstigen (dt. Trollleiter) in Norwegen wünscht man sich, dass einem bloß kein Fahrzeug entgegen kommen möge (Auf einer Hurtigrutenreise bin ich diese Straße gelaufen!! Die anderen Gäste und der Busfahrer wollten es nicht glauben. Aber ich bin auch oben angekommen). Mit etwa 12 Prozent Steigung führt der Trollstigen vom Isterdal rauf zum Gebirgspass und überwindet dabei 405 Höhenmeter.

Steile Straßen gibt es viele auf der Welt – lange oder kurze, ganz steile oder vielleicht ???. Wenn Sie welche kennen und diese vielleicht sogar schon selber gefahren (Fahrrad oder Auto) oder gelaufen sind, schreiben Sie mir unter ullrichhoe@gmail.com Ich würde mich freuen.

Der Hö läuft 50% Steigung (laufen?? Wohl eher nicht. Aber stehenbleiben geht auch nicht!)

Am Anfang stand die Frage im Raum: „Kann man 50% Steigung überhaupt laufen?“ Eigentlich, bei gesundem Menschenverstand, heißt die Antwort NEIN! Aber man kann es ja einmal versuchen. Oder?

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50% so sagt es das Verkehrsschild. Aber kann man sich darauf verlassen? Ich meine schon. Und das dann Laufen (wenn man das Laufen nennen kann) bei einem Schnitt von….????  Den Hinweis auf diese Strecke bekam ich von einem ehemaligen Leser. Mit den Fakten, das es im Wallis eine Straße mit 50% Steigung geben soll. Von Aproz geht es über Cor nach Les Bioleys. Ab dem Punkt 777 soll es dann richtig steil werden – und es wurde richtig steil.

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50% Steigung laufen

Ich hatte mir schon einen Schlachtplan ausgedacht wie ich am besten den Lauf bewältigen könnte. 50% ist ja schon gewaltig, aber nach den 24% am Passo Nigra, den maximal 15% auf den 13.8 km rauf nach Alpe d’Huez und den maximal 13% in den Kehren rauf auf die Bieler Höhe an der Silvretta, dachte ich…..? Naja, eigentlich dachte ich garnichts, so meinte wenigstens meine Frau.

Ich war schon recht aufgeregt und startete recht schnell um dann ein wenig später in einem moderatem Tempo zu Laufen. Es war schon zu Beginn recht anstrengend und auf der Hälfte der Strecke wusste ich schon dass meine Tempo nicht das Optimal war – ich war zu schnell!. Aber ich biss die Zähne zusammen und verringerte etwas das Tempo. Ich wollte eigentlich die Füße gerade aufsetzten aber dies war bei der 50 prozentigen Steigung nicht möglich. Ich musste auf den Fußballen laufen was sich für meine Waden als sehr problematisch erwies. Der Lauf zog sich und die Straße wurde immer länger und länger und steiler!

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Doch plötzlich machten meine Waden zu – Beton ist weicher. Ohhhh NEIN!! Nicht jetzt!! Nicht so kurz vor dem Ziel! Ich mobilisierte jetzt die letzten Kraft-Reserven und gab noch mal alles. Und dann……… das Ziel!!! Naja geschafft war nicht nur das Ziel „50% Steigung laufen“, sondern auch ich. Das war ein hartes Stück Arbeit! Hi Hi Hi Hi!! Die Waden waren hart wie Stein aber das war es Wert!

Vielleicht versuche ich es jetzt einmal beim Vertical Up in Gröden mit einer maximalen Steigung von 57%. Oder beim Vertical Up in Kitzbühl mit einer maximalen Steigung von 85% – das ist dort wo im Winter die Skifahrer – Berg runter – ihr Leben riskieren.

Nein, das werde ich sicher nicht versuchen —— SICHER NICHT (habe ich meiner Frau versprochen)!