Füttern, spielen, pflegen und sie wachsen und gedeihen. In den 90ern waren Tamagotchis DAS Kult-Spielzeug – jetzt sind sie wieder da.

Heute vor 20 Jahren begann in Deutschland der Verkauf des Tamagotchis, jenes elektronischen Haustiers, das in den folgenden Monaten einen beispiellosen Siegeszug durch deutsche Kinderzimmer und Schulen antrat.

Schon früh morgens ging es los: Mit dem virtuellen Haustier mussten man spielen und es füttern. Wenn es krank war, eine Spritze verpassen. Seine Notdurft entfernen, es ab und an auch mal maßregeln. Kurzum: Man musste das Küken hegen und pflegen, bis es groß war und sogar eine eigene Persönlichkeit entwickelte. Ansonsten starb das Tierchen seinen virtuellen Tod. (durch Drücken des Reset-Knopfts konnte man es aber wiederbeleben und das Spiel ging von vorne los.)

tamagochiWeniger als 20 Einzelteile – das ist der geheimnisvolle Inhalt eines Tamagotchis. Wer das Ei von seinem einfachen Plastikgehäuse befreit, dem fällt ein simples LC-Display (2,5 cm x 2,4 cm) entgegen. Über einfache Kunststoffschienen hält das Display Kontakt zur Platine. Auf ihr ist zentral ein Chip vergossen, flankiert von einigen Widerständen und Kondensatoren. Ein Piezo-Piepser und drei Kunststoffknöpfchen sorgen für den Kontakt zu den Tamagotchi-Vätern und -Müttern. Vorausgesetzt natürlich, die beiden Knopfbatterien versorgen das kleine Elektronik-Teil mit Strom.

Der japanische Hersteller Bandai meldete damals Produktionsrekorde, von 10 Mio. Stück monatlich war die Rede.

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Das Jahr 2017 bringt uns Virtual Reality, Smartphones mit 4K-Auflösung, künstliche Intelligenz – und das Tamagotchi zurück. Pünktlich zum 20. Geburtstag hat Bandai eine Neuauflage der virtuellen Haustiere angekündigt. Etwas verkleinert und im Design der ersten Original-Tamagotchis. Über Amazon können die Pixel-Anhänger auch nach Deutschland bestellt werden.

Hinweis: Wer sich immer noch für Tamagotchis interessiert oder einfach gerne nostalgisch ist, kann sich den teuren Import aus Japan getrost sparen: Die pixeligen Haustiere gibt es längst auch als App fürs Smartphone. Neben der Original-Version von Bandai gibt es auch noch zahlreiche Nachahmer, deren Apps oft sogar kostenlos sind.