Vielleicht wecken die 245 Abenteuer in diesem Buch, voll mit Wäldern, Flüssen, Riffen, Gipfeln, Pfaden, Tälern, Meeren und Kulturschätzen, unsere Ambitionen, die Welt zu erforschen und unser wahres Selbst zu verwirklichen. Dieses Buch führt vor Augen, dass unser Planet ebenso unermesslich und vielfältig ist wie unsere innere Welt und unsere Wünsche.

Der Verlag schreibt: Die Reiseexperten von National Geographic enthüllen in diesem fesselnden Bildband die 245 aufregendsten Abenteuerreisen der Welt: vom Rafting auf den 23 Stromschnellen des Sambesi-Rivers über Trekking auf dem Inka-Trail bis hin zum Sandboarding an den Hängen eines Vulkans in Nicaragua. Aber auch kulturelle Sehenswürdigkeiten finden Eingang und es entsteht eine einzigartige Inspirationsquelle für das ultimative Reiseglück. Top-Ten-Listen, praktische Reisetipps und Abenteuer-Essays runden den Band ab. Ein Must-have für alle Weltenbummler!

Vor meinem Buchfazit hier, von mir, noch zwei Tipps für spektakuläre Abenteuerreisen:

1. Von der Quelle bis zum Fall: Auf dem Lechweg begleiten man einen der letzten Wildflüsse Europas von seinem Ursprung nahe dem Formarinsee bis ins Allgäu und durchquert dabei das Lechtal und die Naturparkregion Reutte. Auch wenn 125 Kilometer kein Spaziergang sind, ist dies ein relativ leicht zu begehender Weg, weil er fast stetig bergab verläuft. Vorbei an Steinbock-Kolonien, durch die botanisch einzigartigen Lechtaler Almwiesen und über die spektakuläre 200 Meter lange Hängebrücke bei Holzgau führen die 15 Wegabschnitte zuletzt ins Städtchen Füssen – je nach Kondition und Ausdauer gibt es drei Tourenvorschläge, die zwischen 6 und 8 Tagen dauern. Dieser Weg ist nur zu empfehlen!

2. Auch das muss man einmal gemacht haben: Joggen auf dem Meeresboden – Einsam (fast) durch‘s Watt, auf 12 km von Neuwerk nach Cuxhaven-Duhnen – verrückt und ein wenig gefährlich! Nirgendwo sonst an der deutschen Küste gibt es eine längere durchgehende Strecke über den Wattboden. Zu verfehlen ist der Weg eigentlich nicht: Er ist mit „Pricken“ markiert – mit Reisigbündeln, die fest im Boden stecken. Und selbst wenn es die nicht gäbe: Man kann auch einfach den Reifenspuren der Kutschen folgen, die in der Hauptsaison oft im Dutzend vom Festland auf die Insel fahren.

Meine etwas verrückte Idee: diese 12 km durchs Watt zu laufen (joggen). Dabei sind die 12 km nicht das Problem. Es ist das Watt und die Tide. Wattwanderer und -Läufer müssen genau auf die Tide achten, damit die Flut sie nicht unterwegs überrascht. Falls das doch passiert, gibt es mehrere Rettungsbaken. Ich bin an einer vorbei gekommen. Das sind große Metallkörbe auf einer Stange, in die sich Wattwanderer bei Bedarf vor dem Hochwasser retten können. Aber daran wollte ich nicht denken.

Ich stehe hier am Rand eines Meeres und blicke über das Watt in Richtung Cuxhaven – next level – kommt mir in den Kopf. Also, los geht’s.

Cuxhaven ist schon beim Start am Horizont gut zu erkennen. Es riecht nach Meer, der Wind ist kalt – auch wenn das Wasser, das an vielen Stellen noch auf dem Boden steht, warm zu seinen scheint. Eine winddichte Jacke habe ich dabei. Denn binnen kurzer Zeit kann das Wetter an der Nordsee mehrfach wechseln. Aber heute scheint die Sonne – naja, wenn Engel laufen –  also kurze Hosen und eine dünne Windjacke, sowie Reserve im Laufrucksack: Selbst in den kleineren Prielen versinkt man leicht bis zu den Oberschenkeln.

Am Horizont schiebt sich ein riesiges Containerschiff aus der Elbmündung in die Nordsee – so langsam, dass man den Eindruck hat, zu Fuß schneller zu sein.

Mit der Zeit bekommt das Wattlaufen etwas Meditatives, ein Fuß setzt sich automatisch vor den anderen. Und die Unsicherheit lässt nach, ob man wohl rechtzeitig in Cuxhaven ankommt. Und die Gedanken gehen auf Wanderschaft: „Wie nennt sich die USA nochmal, frage ich mich. Ach ja – Land oft he Free! – Nein, Nein, „Frei ist hier“, mitten im Watt der Nordsee!

Auf den langen 12 km kommen einem auch immer wieder Watt-Wanderer entgegen. Freundlich grüßt man mit „ Moin“. Ein Wattwagen-Linker fragt freundlich: „…kann ich helfen… Meine Antwort „Nein Danke“. So nett und hilfsbereit sind sie halt, die Menschen hier oben an der Nordsee in Cuxhaven.

Der Lauf war einzigartig, und er gehört für mich zu den Dingen, die man in seinem Leben unbedingt einmal machen muss! Die wahnsinnige Weite, Festland und Insel verschwanden im Dunst, ein paar Reiter, die Kutschen und ich. Entlang der Pricken lief ich über das Watt und durchwateten knietiefe Priele – so ist es halt, wenn man auf dem Meeresboden, dem Watt, von Neuwerk nach Cuxhaven läuft – halt Next Level!

Mein Buchfazit

Umfangreiche 416-Seiten „Die Reise deines Lebens“ enthalten 245 Abenteuer-Reiseberichte die zu spektakulären Zielen auf der ganzen Welt führen. Abgerundet wird jede Destination mit sehr schönen hochauflösenden Bildern und vielen, vielen Informationen zu den Orten – Top-Ten-Listen, praktische Reisetipps und Abenteuer-Essays.

Es ist ein wunderschöner Bildband der Lust auf Reisen macht. Und das ist auch gut so, denn schon der Dalai Lama rät: „Einmal im Jahr solltest du einen Ort besuchen, an dem du noch nicht warst.“ Wie von National Geographic gewohnt, gibt es tolle Bilder und spannende Beschreibungen. Ich kann das Buch nur empfehlen.

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https://www.lehmanns.de/media/87302937?PHPSESSID=fktblipsmoss53slnhmn22mhu8c2i6u4

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: National Geographic Deutschland; Auflage: 1 (25. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866907214
  • ISBN-13: 978-3866907218
  • Preis: 49,99 Euro