Die Warnung ist deutlich: „Diese Pflanzen können töten!“, steht auf dem Eingangstor, daneben prangt ein Totenkopf. Der Poison Garden von Alnwick, inmitten der Landschaft von Northumberland im Nordosten Englands gelegen, ist sicher der gefährlichste Garten der Welt.





 „Diese Pflanzen können töten“, steht am Eingang des Poison Garden Foto: Getty Images

Mehr als 100 giftige Pflanzen kann man hier bestaunen. Etwa die Schwarze Tollkirsche, deren Gift das Nervensystem angreift. Schon eine geringe Menge kann zum Tode führen. Oder Ricinus communis, die Pflanze, aus der das tödliche Rizinusöl gewonnen wird, das einen Erwachsenen auf sehr grausame Weise tötet: Auf Übelkeit, Erbrechen und Krämpfe folgt die Zersetzung von Niere, Leber und Milz.

Bei so viel Killer-Potential darf natürlich niemand allein durch den giftigen Garten flanieren, sondern nur mit einem Guide in der Gruppe. Das ist nicht nur aus Sicherheitsgründen ratsam, sondern schon deshalb, um die Geschichten der Giftpflanzen zu erfahren, die doch meistens eher harmlos aussehen. Außerdem gibt der Führer Antworten auf all die oben gestellten Fragen: Wie giftig sind die Pflanzen wirklich? Wer ist schon daran gestorben? Wie lange dauert das Leiden?

Spannend ist übrigens auch die Geschichte der Gärten selbst. Bereits 1750 wurden sie angelegt – vom ersten Herzog von Northumberland – und über die Jahrhunderte gepflegt und erweitert.

Heutiger Mittelpunkt ist eine gewaltige Kaskade, jede Minute stürzen hier 33.000 Liter Wasser die 21 Staustufen hinunter. Dazu kommt ein Labyrinth aus Bambus und ein großes Baumhaus mit Restaurant. Und natürlich: zahlreiche Pflanzen. Allein im Ornamental Garden sind es mehr als 16.000. Im Rosengarten blühen 3000 verschiedene Rosenarten, darunter auch spezielle Züchtungen wie die doppelköpfige, pinkfarbene „Alnwick Rose“. Der Giftgarten ist im östlichen Teil angesiedelt. Also viel Spaß beim Besuch des wohl gefährlichsten Garten der Welt.

Vorsicht ist angesagt! (Zeichnung: cartulli)