Antworten Sie spontan. Schreiben sie ohne nachzudenken auf, was ihnen zu Amerika einfällt. OK, was steht da: New York? Grand Canyon? Niagara Fälle? Los Angeles und San Franzisco? Alles richtig. Trotzdem, es gibt auch USA einmal anders.

Von Oatman bis nach Flagstaff: Dieser Roadtrip führt durch den Norden Arizonas, von Oatman über einen Teil der originalen Route 66 bis nach Flagstaff – eine Stadt, die durch ihre Lage perfekt für zahlreiche zentrale Sehenswürdigkeiten des Grand Canyon States ist.

Die frühere Goldgräberstadt Oatman, beispielsweise, wurde nach ihrer Blütezeit in den 1960er Jahren verlassen. Heute nennen nur noch eine Hand voll Menschen Oatman ihr zu Hause, die meisten Einwohner sind mittlerweile wilde Esel. Diese laufen frei im Ort herum und sind vom US-Innenministerium geschützt. Am Wochenende finden in Oatman häufig Auto-Rallies mit Oldtimern statt.

Von Oatman aus sind es lediglich knapp 50 Kilometer bis nach Kingman. Auf dem Weg dorthin finden Reisende, welche die Disney Cars Filme geschaut haben, diverse Orte, die ihnen bekannt vorkommen. Die Route ist gesäumt von Serpentinen, gleichzeitig blickt man auf einige der landschaftlich reizvollsten Gegenden der alten Route 66. Dieser Abschnitt, auch Sitgreaves Pass genannt, zählt mit seinen Haarnadelkurven und sehr schmalen Straßen zu den besten Relikten der amerikanischen Geschichte. Hier erhält man einen guten Einblick in das frühere Reisen durch den ungezähmten amerikanischen Westen. Interessierte können zudem einen Stopp im Cool Springs Gift Shop & Museum einlegen, um noch mehr über die bewegte Vergangenheit der Region zu erfahren.

Alpakas & Skulpturen: Der nächste Stopp auf diesem Roadtrip entlang der alten Route 66 liegt in Kingman, einer Stadt am östlichen Rand der Mojave-Wüste. Insbesondere Tierliebhaber kommen hier auf ihre Kosten, so befindet sich in Kingman zum Beispiel die Alpacas of the Southwest, eine Alpaka-Farm, wo man mehr über das Leben dieser beliebten Tiere lernt und natürlich auch ein gemeinsames Foto erhalten kann.

35 Kilometer von Kingman entfernt dreht sich wiederum alles um Kunst: Hier findet man eine über vier Meter hohe Skulptur aus unteranderem Holz und Metall mit dem Namen „Giganticus Headicus“. Die Skulptur wurde 2004 von Gregg Arnorld, einem Künstler aus ursprünglich New Jersey, erstellt. Weitere Kunstprojekte von Arnold findet man ganz in der Nähe im Ort Antares Point, am früheren Kozy Corner Trail. Antares Point liegt übrigens entlang der längsten ununterbrochenen Kurve eines U.S. Highways und bietet eine fantastische Sicht in die umliegende Wüste. 

Übernachten in der größten, ältesten, dunkelsten und tiefsten Motel-Suite der Welt: 68 Kilometer weiter befinden sich die Grand Canyon Caverns. Hier handelt es sich um eine natürliche Kalksteinhöhle knapp 65 Meter unter der Erdoberfläche. Zudem ist es die größte trockene Höhle der Vereinigten Staaten. Geführte Touren durch diese besondere Höhle werden fast täglich angeboten, es gibt jedoch noch eine Möglichkeit die Kalksteinhöhle besonders intensiv zu erleben: Das Grand Canyon Caverns & Inn bietet mit der „The Cavern Suite“ nämlich die Option an mitten in der Höhle zu übernachten. Das vollausgestattete Zimmer des Motels ist gleichzeitig auch weltweit rekordverdächtig. Mit einer Fläche von mehr als 7.000 Quadratmetern ist es das größte Motel-Zimmer der Welt.

Burger, Fries & Shakes im legendären Snow Cap Drive In: Fährt man 40 Kilometer weiter in die kleine Stadt Seligman, sollte man auf jeden Fall einen Stopp im Snow Cap Drive In einlegen, für das der Ort bekannt ist. Das Lokal wurde 1953 von Juan Delgadillo und seiner Frau Mary gegründet und erlangte durch die lustige Art von Delgadillo, der zahlreiche Scherze mit seinen Besuchern machte, schnell einen guten Ruf an der damaligen Route 66. Auch heute besuchen noch zahlreiche Touristen das Überbleibsel aus den lebendigen Route 66-Zeiten und genießen die leckeren Burger und Shakes..

San Andreas Fault Trail – Wanderung durch die Verwerfung des San Andreas Grabens: Beim schweren Erdbeben von 1906 mit geschätzten 8,3 auf der damals noch nicht existierenden Richter-Skala wurde die Stadt San Francisco stark zerstört. Auf einer Länge von 450 km Länge kam es zu Verschiebungen bis zu 6 m.

Der San Andreas Graben ist die „Nahtstelle“ zwischen den tektonischen Platten des nordamerikanischen Kontinents und des Pazifiks und er führt von Mendocino bis zum Salton Sea. Die Verwerfungslinie ist eine der wenigen, die an Land liegt. Die meisten befinden sich am Meeresgrund und können somit nicht besichtigt werden. Die Auswirkungen des großen Bebens von 1906 kann man heute besichtigen – auf einer Wanderung im Los Trancos Open Space Preserve. Dieser kleine Park (1,11 km2) ist ein idealer Ort, etwas über die Erdbeben-Geologie zu erfahren, denn der San Andreas Graben führt mitten durch das Gebiet.

Los Trancos ist nicht leicht zu finden. Am besten ist es, wenn man den Highway 280 von San Francisco Richtung San Jose nimmt. Dabei kommt man am Upper und Lower Crystal Springs Reservoir vorbei, zwei künstlichen Seen, die ebenfalls in der San Andreas Spalte liegen. Bei Palo Alto Hills (ca. 45 Meilen von San Francisco entfernt) fährt man von der Autobahn ab und nimmt die schmale und kurvige Page Mill Street Richtung Süden. Nach 7 Meilen erreicht man den Monte Bello Open Space Parkplatz, den Ausgangspunkt für die Touren.

Der interessanteste ist der „San Andreas Fault Trail“, der mitten durch die Verwerfungszone führt. Der Weg ist ca. 1,5 Meilen lang und ein „self-guided trail“. Für den Rundweg braucht man ca. 90 Minuten. Am besten man druckt sich den Führer als pdf-file aus und nimmt ihn mit. Insgesamt neun Stationen sind verzeichnet und genauer erklärt. Eindrucksvoll ist die Station 4. Hier sieht man einen Zaun, der sich 1906 beim großen Beben um über 2 m verschoben hat. Bei der Station 7 sieht man zwei Eichen, jeder auf einer Seite des Weges. Die Stämme der Bäume wachsen parallel zum Boden, weil sie beim großen Beben 1906 umgeworfen wurden.

Infos hier
https://www.openspace.org/preserves/los-trancos

Am besten man druckt sich den Führer als pdf-file aus
https://www.openspace.org/sites/default/files/San_Andreas_Fault_Trail.pdf

Der Fremont Troll: Dieser gruselige Troll lugt seit 1990 unter einer Brücke im Viertel Fremont von Seattle, Washington, hervor. Der 5,5 m große bärtige Riese wurde im Rahmen eines Wettbewerbs zur Stadterneuerung von vier Künstlern aus der Region geschaffen. Mit einer Hand umklammert er die Skulptur eines VW Beetle, während er sich mit der anderen nach oben zu hieven scheint. Der Fremont Troll ist aus dem Stadtbild inzwischen nicht mehr wegzudenken und begeistert sowohl Einheimische als auch Besucher aus der ganzen Welt.

Racetrack Playa im Death Valley: Der Death Valley-Nationalpark an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada ist berühmt für seine surreale Landschaft aus sanften Sanddünen und hoch aufragenden Berggipfeln. Noch viel seltsamer ist aber der sogenannte Racetrack. Der im kalifornischen Teil des Parks gelegene ausgetrocknete See wirkt aufgrund seiner geometrischen Bodenstruktur beinahe so, als wäre er gefliest. Inmitten dieser Wüstenebene verstreut liegen „wandernde“ Felsen. Obwohl bisher noch niemand beobachten konnte, wie sich die großen Steine bewegen, ziehen sie eine deutlich sichtbare Spur hinter sich her. Wissenschaftler vermuten, dass die bis zu 270 kg schweren Kolosse über den heißen Wüstenboden getrieben werden, wenn minimale Niederschläge gefrieren und anschließend in der heißen Sonne auftauen.

 

Cadillac Ranch: Die  meist fotografierten Attraktion, bei einem Roadtrip auf der Route 66 durch die USA, ist die freistehende Cadillac Ranch auf einem Feld am Straßenrand der Route 66. Doch die Cadillac Ranch ist keine Ranch, sondern eine öffentliche Kunstinstallation etwa fünf Kilometer westlich von Amarillo in Texas entfernt. Zehn bis zur Hälfte schräg in den Boden eingelassene Cadillacs erwarten Sie hier. Im Jahr 1974 erschuffen die Künstler Chip Lord, Hudson Marquez und Doug Michels, die Teil der Künstlergruppe Ant Farm waren, das Cadillac Kunstwerk. Die Autos liegen in Sichtweite der Autobahn und sind mit Graffiti bemalt. Besucher werden ausdrücklich ermuntert ihre eigenen farblichen Spuren zu hinterlassen, so dass jeder Cadillac ständig sein Aussehen wechselt.

Der Standort liegt im Potter County im US-Bundesstaat Texas, unmittelbar an der historischen Route 66, die an dieser Stelle heute von der Interstate 40 ersetzt wird. Der Zugang ist kostenlos, Sie müssen nur zu Fuß die 200 Meter über das Feld, bis zur Cadillac Ranch zurücklegen.

Carhenge thront im Westen Nebraskas. Die wohl bizarrste Sehenswürdigkeit ist eine Nachbildung des englischen Stonehenge aus 39 angesprühten Oldtimern. Die Installation wurde 1987 von Jim Reinders geschaffen und liegt fernab der ausgetretenen Touristenpfade inmitten der Prärie, etwa 250 km nordöstlich von Cheyenne, Wyoming. Reinders‘ Ziel war es, sich eingehend mit der Anordnung des Original-Stonehenge zu befassen und so das Geheimnis um den Zweck dieser mystischen Stätte zu lüften.

Infos dazu
http://carhenge.com

Appalachian Trail in den USA – der längste Fernwanderweg der Welt: „Hike Your Own Hike“ – unter diesem Motto durchwandern Jahr für Jahr rund 3.000 Menschen den 3.523 Kilometer langen Appalachian Trail im Osten der USA, der als ungekrönter „König der Fernwanderwege“ gilt. Er verläuft durch die US-amerikanischen Appalachen, seine Endpunkte liegen bei Springer Mountain in Georgia und Mount Katahdin in Maine. Der AT durchquert 14 US-Bundesstaaten: Georgia, North Carolina, Tennessee, Virginia, West Virginia, Maryland, Pennsylvania, New Jersey, New York, Connecticut, Massachusetts, Vermont, New Hampshire und Maine. Fünf Millionen Schritte sollen es sein.