Worum geht es: Als Judith Schalanskys den „Atlas der abgelegenen Inseln“ vor zwölf Jahren erscheinen ließ, herrschte zwar allgemeine Verzückung über Idee, Konzept und Gestaltung: fünfzig entlegene Inseln – von Tristan da Cunha bis zum Clipperton-Atoll, von der Weihnachts- bis zur Osterinsel – nach Ozeanen geordnet, kunstvoll illustriert und mit je einer absurd-abgründigen Geschichte, die von historischen Begebenheiten und naturwissenschaftlichen Berichten inspiriert ist. Niemand konnte jedoch ahnen, dass dieses Buch nicht nur zum internationalen Bestseller und mit diversen Preisen ausgezeichneten Designobjekt werden, sondern ein regelrechtes Zeitalter der „poetischen Atlanten“ einläuten und weltweit unzählige Nachahmer finden würde. Jetzt gibt es eine Neuausgabe, jetzt mit fünf Extra-Inseln.

Zeichnung: cartulli, 2021, CCC Cuxhaven-Cartoon-Center

Wer ist der Autor: Judith Schalansky, 1980 in Greifswald geboren, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign. Ihr Werk, darunter der Atlas der abgelegenen Inseln (mare 2009), der Roman Der Hals der Giraffe (2011) und zuletzt das Verzeichnis einiger Verluste (2018), wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Sie ist Herausgeberin der Naturkunden und lebt als Gestalterin und freie Schriftstellerin in Berlin.

Warum ich das Buch empfehle: Inseln sind in der Corona-Krise so etwas wie Zufluchtsorte. Abgeschieden, kontrollierbar, abgegrenzt – das ist zumindest die Hoffnung. Überall auf der Welt werden, im Augenblick, in einem noch nie dagewesenen Tempo künstliche Inseln erschaffen, während immer mehr natürliche Inseln aufgrund des steigenden Meeresspiegels verschwinden. Und es gibt  abgelegene Insel, weit, weit, weit draußen auf den Weltmeeren. Inseln ohne, mit wenigen oder auch vielen Einwohnern. Inseln, die man vielleicht kennt, wie die Osterinseln, oder noch nie davon gehört hat, wie das Clipperton-Atoll. Inseln, wo der normale Mensch wohl nie hinreisen wird.

Judith Schalansky berichtet dazu in ihren Buch „Atlas der abgelegenen Inseln“ über fünfundfünfzig Inseln, auf denen auch ich nie war und wohl auch niemals sein werde. Es ist „Fernweh zwischen zwei Buchdeckeln“. Dabei ist eines ganz klar, wer dorthin reisen will muss dies in seinem Kopf stattfinden lassen, mit dem Finger auf der Landkarte, außer er hat Zeit (viel davon) und Geld (auch viel davon). Doch mit Schalanskys Neuausgabe (fünfundfünzig Inseln) geht das richtig gut.

Eines sollte einem, vor Lesebeginn aber klar sein, das Buch „Atlas der abgelegenen Inseln“ erzählt nicht über Urlaubsidyllen, sondern über fünfundfünfzig wirklich entlegene Inseln. Es erzählt nicht über Palmen am Strand, sondern über das, was das für Inseln sind, wie sie entstanden und wer sie vielleicht doch einmal besucht hat. Es ist ein außergewöhnliches, faszinierendes und intelligentes Buch. Ich finde, es ist auch ein wichtiges Buch, das unbedingt gelesen werden muss. Denn das Thema, von den verlassenen, leeren, einsamen, oder auch untergehenden Inseln“, geht uns alle an!

Ich liebe dieses Buch schon jetzt. Und ich liebe Geschichten dazu. Tolle Grafiken, schöne Texte/Geschichten/Erzählungen. Ein spannendes Buch mit einem klasse Layout. Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon darin geblättert habe, und wie oft ich mir vorgestellt habe, zu einer dieser Inseln einmal zu Reisen. Ein tolles Buch – ich kann davon einfach nicht lassen.

Produktinformation
Atlas der abgelegenen Inseln (Neuausgabe)

Mare Verlag
160 Seiten

ISBN: 978-3-86648-683-6
Preis: 36,00 Euro