1972, bei der INA in Homburg ein Beruf der viel Fachwissen benötigte,  und der außerdem gute Augen und geschickte Hände voraussetzte. Gemeint ist hier nicht der akademisch vorgebildete Lehrer – angefangen beim Volksschullehrer bis hin zum Hochschullehrer. Gemeint ist der „Lehrer“ in den Kontrollräumen (Lehrräumen) der Wälzkörperfertigungsbereiche der INA-Werke in Homburg und Herzogenaurach. Diese Lehrer haben nichts mit Erziehung und Wissensvermittlung zu tun, sie müssen jedoch über eine Menge Fachwissen verfügen.

Damals schrieb die Mitarbeiterzeitung folgendes über Aufgabe der INA-„Lehrer“: Im Lehrraum werden die mit hoher Genauigkeit in großen Stückzahlen produzierten Wälzkörper – Lagernadeln und Zylinderrollen, Achsen und Wellen – auf präzise Abmessungen in Durchmesser und Länge geprüft. Dabei werden sie im Mikrometerbereich – zum Teil bis auf 0,5μm  – gelehrt: Wälzkörper für Wälzkörper, jeder einzelne ganz gleich, ob es sich um Mini-Nadeln mit 0,6 mm Durchmesser oder Maxi-Rollen mit 40 mm Durchmesser handelt. Diese supergenauen Messungen und Sortierungen sind unerlässliche

Voraussetzungen für die Präzision unserer INA-Wälzlager! Sie werden weitgehend mit elektronisch gesteuerten Spezialmaschinen oder auch von Hand durchgeführt. Diese Messmaschine hat die Bezeichnung „Lehrautomaten“, der sie bedienende Mitarbeiter ist der „Lehrer“. Das Bedienen schließt das Einstellen und das Überwachen der Lehrautomaten ein. Hierzu gehört peinlichste Akkuratesse und ein ausgesprochener Sinn für Feinstmessungen. Dies wiederum setzt gute Augen und geschickte Hände voraus.

Das Bild zeigt „Lehrer“ Ecker (IWH) an einem Lehrautomaten beim Justieren des Messgerätes für die Durchmessersortierung. Neben dem eigentlichem Messgerät ist die Nadelzuführtrommel (INA-Schwingförderer) mit dem Verbindungsschlauch zur Messstelle zu erkennen. Unterhalb des Gerätetisches befinden sich die Ausfallschächte mit den Sammelkästen für die einzelnen Sortierungsgruppen.

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Ein Beruf an dem Robert Lembkes Rateteam sicher gescheitert wäre.