Es war im Jahr 2017: Ein fingiertes Kopf-an-Kopf-Rennen von Rekordschwimmer Michael Phelps und einem Weißen Hai hat den US-Sender Discovery in die Kritik gebracht. Angekündigt war ein „Kampf um die Vorherrschaft im Ozean“ – die Werbung erweckte den Eindruck, als trete Phelps wirklich gegen einen Hai an. Aber so war es nicht!

Um seine Themenwoche zum Hai, die „Shark Week“, einzuläuten, hatte Discovery Channel damals die Idee, Michael Phelps als besten Schwimmer seiner Spezies gegen einen Weißen Hai antreten zu lassen: „Great Gold vs. Great Shark“. 100 Meter auf dem offenen Meer im südafrikanischen Kapstadt. Das Vorhaben sorgte im Vorfeld für viel Furore, entpuppte sich aber als enttäuschender PR-Coup. Und das nicht, weil Phelps von vorneherein nicht den Hauch einer Chance gegen seinen marinen Rivalen hätte: Weiße Haie erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von 60 km/h, Phelps kommt in seinen besten Momenten „nur“ auf neun km/h.

 

Am Stichtag suchte man vergeblich den Hai im Wasser. Phelps sah zwar ein bisschen wie einer aus, weil sein Team ihm im Sinne der Chancengleichheit Schwimmanzug und Monoflosse verpasste. Doch der groß angekündigte Herausforderer war nur auf dem Bildschirm zu sehen, als Simulation. So durchpflügte Phelps recht einsam den Ozean vor Kapstadt und erst im Nachgang schnitt Discovery Channel Bewegtbilder eines Weißen Hais in die Aufnahmen, in denen gar ein Netz zwischen den beiden gespannt ist.

Laut einiger US-Medien damals, wurde anhand der Daten mehrerer Tiere ein computergeneriertes Bewegtbild eines Hais erstellt und in die Aufnahmen von Phelps hineinmontiert. Bei dem vermeintlichen Rennen vor Südafrika, war der 23-fache Olympiasieger Phelps mit einer Monoflosse laut Discovery zwei Sekunden langsamer als das errechnete Hai-Modell.

Um sich diesen FAKE nochmals auf der Zunge zergehen zu lassen: Die Experten hatten ausgerechnet, dass ein Weißer Hai die 100 Meter gemütlich in 36,1 Sekunden zurücklegt (auch wenn er dabei nicht geradlinig schwimmt) und speisten diese Info in ihren computergenerierten Raubfisch ein. Phelps landete trotz seiner Schwimmhilfen zwei Sekunden hinter dem simulierten Weißen Hai.

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Am Ende war es doppelt unspektakulär: Die Schwimmlegende verlor nicht nur, sondern der präsentierte Gegner existierte gar nicht.  Viele Zuschauer fühlten sich betrogen und reagierten verärgert. Phelps, der nach den Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016 nach 23 Olympiasiegen seine einzigartige Karriere beendet hatte, hatte vor dem „Rennen“ noch erklärt: „Es waren 15 Sicherheitstaucher in der Nähe.“ Wozu die notwendig waren, sagte der Ex-Schwimmer auch nach dem Rennen nicht. .

Immerhin nahm Phelps das Ganze mit Humor. Er twitterte: «Revanche? Nächstes Mal…wärmeres Wasser». Was dem Fußballer die Qualität des Rasens ist, ist dem Schwimmer die Temperatur des Wasser: Schuld sind immer die Bedingungen.

Wie blöd ist das denn?

 

 

 

 

Viele Zuschauer