Als Costa de la Luz wird die spanische Atlantikküste  von der Grenze Portugals und der dortigen Algarve bis zur Südspitze Spaniens (Tarifa) bezeichnet. Die „Küste des Lichts“
wird sie aufgrund der vielen Sonnenstunden pro Jahr und des intensiven Lichts genannt. Von Deutschland aus erreicht man den Flughafen Jerez in ca. 3 Stunden Flugzeit
und dann benötigt man je nach Lage des Ferienortes noch ca. 1 Stunde bis zur Küste. Feinsandige, lange Strände laden ein zum Relaxen, Chillen, Entspannen, auf ausgiebigen Spaziergängen.

Es war einer dieser unsäglichen grauen, kalten Tage im Herbst, als wir – Angelika und Ulli – den Entschluss fassten: 4 Wochen raus aus Deutschland hin an die Costa de la Luz – „Die Küste des Lichtes“ im Süden Spaniens.

4 Wochen …
4 Wochen Sonne
4 Wochen Licht
4 Wochen Ruhe und Erholung
4 Wochen Entschleunigung
4 Wochen super Essen
4 Wochen kilometerlange Strände erwandern
4 Wochen …
4 Wochen Andalusien, Costa de la Luz,
Sensimar Playa la Barrosa, …..
THIS IS MY HAPPY PLACE

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Die Anreise
Eine Stadt, die im Takt von über 600 Flugbewegungen atmet. Ein Technopolis, deren
Herrscher allesamt am Computer-Tropf hängen – Flughafen Rhein-Main/Frankfurt.

Weit über 70 000 Menschen begegnen dir hier – oder auch nicht. Alle haben nur eins im Kopf: Ankommen oder Wegfliegen. Dafür bewegen Sie sich wie Ameisen unablässig, in hektischem Stress zwischen den Zielkoordinaten A1 und C67, Sie tauchen auf 77 Rolltreppen in den Untergrund und kommen in 72 Aufzügen wieder herauf; stehen auf scheinbar endlosen Fließbändern, dösen auf den immer besetzten Ruhestühlen vor sich hin oder starren auf eine der unzähligen Klappertafeln, bis sich der gesuchte Flieger endlich nach vorne gekämpft hat. Hier, in dieser größten Menschensortieranlage der Republik gibst du mehr als deinen Koffer ab. Es ist die Zeit kurz vor dem Abflug!

Es ist 13:00 Uhr. Der Check-In ist abgeschlossen. Noch etwas mehr als 100 Minuten Wartezeit, ca. 3 Stunden Flug und etwa 1 Stunde mit dem Busshuttle zum Hotel an die Küste des Lichtes.

Gelandet sind wir dann auf dem relativ kleinen Flughafen Jerez de la Frontera, auf dem
die Gepäckausgabe und die Abwicklung wirklich schnell ging. Andalusien – wir sind angekommen!

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Der 1. Tag: Frühstücken – gefühlte 2 Stunden, Buffet leeeeeccckkkkerrrr  dann ans Meer.
Laufen, Genießen, Entspannen,  und dasselbe noch einmal von vorne.

Den wunderschönen kilometerlangen, feinen, hellen Sandstrand erreicht man
in wenigen Minuten durch die naturgeschützte Dünenlandschaft und über einen Bohlenweg . Obwohl der Atlantische Ozean bei windigem Wetter ordentliche Wellen hat,
konnte man trotzdem im Wasser planschen.

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Und anschließend, zur Entspannung, einen Kaffee Americano!

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Das Hotel – Sensimar Playa la Barrosa
Dazu ein kurzer Ausschnitt aus dem Hotelprospekt: „Das Sensimar ist der Ruhepol für Paare. Direkt am wunderschönen, langen Dünenstrand gelegen, erwartet Sie ein Wohlfühlhotel. Lassen Sie sich im neu gestalteten Wellnessbereich verwöhnen und genießen Sie die Vielfalt à la Sensimar. Das Hotel liegt direkt an den Dünen des feinsandigen, kilometerlangen Strandes, der als „schönster Strand Andalusiens“ gilt.

Und die eigene Meinung: „Das Hotel war geschmackvoll eingerichtet. Hier haben
wir uns sofort 4 Wochen lang wohlgefühlt. Die Zimmer waren top, man fühlte sich wie zu Hause. Auch das Angebot an Freizeitgestaltung war sehr gut. Das Personal war engagiert, aufmerksam und sehr zuvorkommend. Das Essen war sehr schmackhaft und abwechslungsreich. Das Angebot der Speisen war sowohl landesüblich als auch kulinarisch vielfältig und von der Gestaltung her sehr ansprechend. Es hat an nichts gefehlt!“

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Die Küste
Die Costa de la Luz, welche sich von Tarifa bis nach Trebujena erstreckt, hat einen ganz besonderen Reiz. Sie ist geprägt von den starken Winden und dem rauen Ozean, hat dabei endlose Sandstrände und andererseits auch schroffe Steilküsten. Ein besonders auffälliges Phänomen der Küste sind riesige Dünen, die sich in die Buchten schieben. Dies liegt an der besonderen Ausrichtung der kilometerlangen Strände parallel zur Windrichtung, sodass der Sand den ganzen Strand entlang geweht wird, bis es in einer Bucht nicht mehr weiter geht. Ein weiterer auffallender Bestandteil der Küste sind weitläufige Pinienwälder, die dem Wanderer angenehmen Schatten und guten Schutz vor dem Wind bieten.

Ein Markenzeichen Andalusiens sind die zwischen Cadiz und Granada gelegenen
„pueblos blancos“ (weiße Dörfer). In den bergigen Regionen bauten die armen Landbewohner früher ihre Häuser mit 90 cm dicken Mauern aus Lehm und Stein. Zur Erhaltung mussten die Wände jährlich mindestens zweimal mit Naturkalkfarbe geweißelt werden. Meist sind die Dörfer an einen Berg oder Hügel angelehnt und dadurch schon aus der Ferne zu sehen sind. Die Anfahrt führt über viele Serpentinenstraßen und bietet malerische Ausblicke.

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Cadiz – Die größte Hafenstadt Andalusiens
Cádiz ist die Hauptstadt der Provinz Cádiz in der Autonomen Region Andalusien in
Süd-Spanien mit 121.739 Einwohnern (1. Januar 2014). Die Stadt erhebt sich auf einer Landzunge, die in die Bucht von Cádiz vorspringt. Diese ist ein kleiner Teil des Golfs von Cádiz. Die Altstadt mit den Vierteln (span. barrios) El Pópulo, La Viña und Santa María steht in starkem Kontrast zu den Hochhäusern der modernen Neustadt. Das Stadtbild wird durch viele kleine Plätze geprägt. Die Einwohner von Cádiz werden Gaditanos genannt. Herkules soll sie gegründet haben. Von zwei Seiten ist sie vom Meer umspült.
Der maritime Charakter ist überall in der Stadt spürbar (!!). Rau an der Peripherie, fast kuschelig im Inneren, dem Caso Antiguo, dem Altststadtkern.

Wir besichtigen zunächst die klassizistische Catedral Nueva, die eine Zweiturm-Fassade
hat und mit einer goldschimmernden Kuppel ausgestattet ist. Die rege Atmosphäre
in der Markthalle verleitet uns dazu, einige der Früchte und ein paar riesig große
Rosinen mit zu nehmen. Ein Kaffee Americano rundete den Marktbesuch ab. Sehr gut hat uns die Fassade der Iglesia del Carmen im barocken Kolonialstil gefallen. Durch die schönen Anlagen des Parque Genoves mit spiralförmig geschnittenen Sträuchern, gehen wir zurück.

Cádiz ist die größte atlantische Hafenstadt Andalusiens. Von hier kommt man per Fähre z.B. zu den Kanarischen Inseln. Mit einer regelmäßigen Bootsverbindung (30′ Fahrtdauer) erreicht man El Puerto de Santa Maria oder Rota. Außerdem legen in Cádiz viele große Kreuzfahrtschiffe an. Mit ihrer dreitausendjährigen Geschichte, der Eroberung durch Phönizier (Gadir), Karthager (Gades) und nicht zuletzt durch die Römer, ist Cádiz die älteste Stadt Europas und zugleich Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Eine Seefahrerstadt, zum Atlantik hin geöffnet, die zudem ihren eigenen Strand besitzt, was die Bevölkerung zu wunderbar freundlichen und offenen Menschen gemacht hat.

Tarifa, die Südspitze Europas
Tarifa in der andalusischen Provinz Cádiz (Spanien) ist die am südlichsten gelegene Stadt
des europäischen Festlandes. Sie markiert das östliche Ende der Costa de la Luz.
Durch die strategisch bedeutende Lage an der engsten Stelle der Straße von
Gibraltar
war Tarifa immer wieder er Schauplatz geschichtlicher Ereignisse. Sogleich fällt einem ein, dass dies der südlichste Ort Spaniens ist, das Sprungbrett nach Afrika,
gleichzeitig aber auch die Durchfahrt ins Mittelmeer. Auf der einen Seite der raue Atlantik, auf der anderen das milde Mittelmeer. Doch hier sind beide noch ungestüm, aufgepeitscht durch die sich immer wieder abwechselnden Winde Poniente und Levante (wenn der weht gibt es agressive Stechmücken aus Afrika). Doch der Ort hat auch eine raue Geschichte hinter sich, hart umkämpft, Bollwerk nach Süden und Kontrapunkt zum britischen Gibraltar.

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Tarifa – der gleichsam windigste Ort Europas ist auch bekannt als Surfer-Paradies. Im Hafen gibt es Fischerboote. Direkt am Ufer liegt auch dass protzige Castillo.In rund 60 Minuten ist man mit dem Katamaran in Tanger.

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Das muß man gesehen haben!
Gibraltar, Europa Point: 36° 06′ N, 005° 20′ W: Europa Point ist die englische Bezeichnung für das flache Südende der Landzunge von Gibraltar, das in die Straße von Gibraltar ragt (span. Punta Europa; dt. Europa-Spitze). Dieses dem Felsen von Gibraltar vorgelagerte Kap ist nicht die Südspitze der Iberischen Halbinsel – das ist die Punta de Tarifa 25 km weiter westlich –, fällt jedoch, als dreiseitig von Wasser umgebene bebaubare Fläche, von Land- und Seeseite besonders ins Auge.

Tarifa, der wirklich südlichste Punkt Europas: 36° 1′ N, 5° 36′ W: Tarifa ist die südlichste Stadt des europäischen Festlandes.Von hier sind es ca. 14 km bis nach Afrika. Bei guter Sicht scheint das marokkanische Festland hier greifbar nahe

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Gibraltar – Die letzte Kolonie Europas
Ein Stück „Old England“ auf spanischem Terrain, nur 21 km von Afrika entfernt. Mit Kuriosem geschmückt: Doppeldeckerbussen, rote Telefonzellen, sympathische Affen auf dem Felsen und Delfine in der Bucht oder einfach nur britisches Flair, welches an jeder Ecke spürbar ist. „Fish & Chips“ gefällig?

255 Millionen Fish and Chips-Portionen verzehren die Briten jährlich.
Die Liste der Zutaten ist kurz und immer gleich: Fisch, Mehl, Kartoffeln und Öl – mehr ist nicht nötig für das britische Nationalgericht Fish and Chips. Die Kunst besteht darin, das Fischfilet in Backteig zu hüllen und es in 190 Grad heißem Öl so auszubacken, dass der Teigmantel kross und der Fisch auf den Punkt gegart ist. Die dazu servierten Chips sind fester und größer als Pommes frites in Deutschland. Damals wurden Fish and Chips nicht wie heute häufig in Plastikschachteln eingepackt, sondern in Zeitungspapier eingewickelt. Das hatte den Vorteil, dass das Papier das überschüssige Öl aufsaugen konnte.

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Fuller`s London Pride
Diese Engländer! Haben sie es doch tatsächlich geschafft, den „Stolz Londons“ in Flaschen zu füllen. Das äußerst appetitliche, klar schimmernde Haselnussbraun des London Pride wirkt einladend. Im Geruch verbindet es verschiedene Tugenden zu einem harmonischen Ganzen. Bestimmend sind röstige Malznoten wie bei Malzbonbons, die jedoch interessant begleitet werden von fruchtigen Noten, die an Erdbeeren erinnern. Der Körper ist trotz der teeartigen Malznoten angenehm leicht und frisch, saftig und süffig. Zum Ende hin wird das Ale trocken.

Der Abgang zeigt immer wieder auch medizinisch-fruchtige Noten im Wechsel mit der sich gemütlich entwickelnden Bitterkeit. Diese endet grasig und blütenhaft. Seinen Reiz bezieht das London Pride aus dem Wechselspiel der schönen Hopfen- und Malznoten, die man selten auf so spannende und harmonische Weise vereint sieht.

Es gibt viel zu entdecken an diesem außergewöhnlichen Ort. Gibraltar wirkt beim Reinfahren größer als die knapp 30.000 Einwohner, die sie haben soll. Wie in England herrscht hier Linksverkehr. Die Halbinsel besteht zum Großteil aus Sand und dem berühmten bis zu 426 m hohen Felsen von Gibraltar. Die natürlichen Höhlen in diesem Felsen gelten auch als die letzten Rückzugsgebiete der Neandertaler in Europa. Witziger weise muss man gleich nach der Grenze die Landebahn des Airport of Gibraltar kreuzen. Hierfür gibt es eine Ampel. Wenig Land macht erfinderisch.

Das Zentrum war lang und schmal und breitete sich zu Fußgängerzonen entlang der Main Street und Irish Town mit ihren Seitenstraßen aus. Am nördlichen Ende liegt der Casemates Square, ein weiter Platz, begrenzt von Bars, Restaurants und kleinen Läden.

Es herrschte ein reger Grenzverkehr am Schlagbaum bei der Einreise. Schnell stellt sich heraus, dass die 6 qkm große Halbinsel am südlichsten Zipfel Europas eine Vielzahl an Tagestouristen anzieht. Gibraltar scheint hauptsächlich vom Tourismus (zollfreier Einkauf!) zu leben, was auch in den kleinen Gassen schnell deutlich wird. Habe mir einen Bruichladdich Bere Barley 2008 gekauft mit 50 % vol. – SUPER.

Bruichladdich Bere Barley 2008
Aroma:
Fruchtige Noten von säuerlichen Beeren, Birnen, Äpfeln und etwas Zitrus. Ebenso floral und süß mit Wildblumen und Malz.
Geschmack: Würzige Eiche, Nüsse und Biskuit. Ein Hauch Zitrone und Honig.
Abgang: Langanhaltend und weich.

Die sogenannte Bere-Gerste, aus dem dieser Whisky hergestellt wurde, zählt zu einer
der ältesten Kulturpflanzen Schottlands. Gegenüber den modernen Sorten, ist der Ertrag
nur halb so hoch. Der daraus hergestellte Whisky ist deshalb besonders einzigartig.

Bezeichnung: Single Malt Scotch Whisky Jahrgang: 2006 0.7 Liter 50 % vol

Der Whisky schmeckt mir hervorragend. Beim Riechen schlagen einem sehr milde,
blumige Noten von Heu, Birne und Zitrone entgegen, darunter findet sich eine leicht Kräuter Note. Die Nase erinnert an einen sonnigen Nachmittag auf einer blühenden Wiese.
Dieser Eindruck setzt sich im Geschmack fort. Dieser Bruichladdich ist süß wie ein Birnenbonbon, umspült von blumigen Aromen und einem Hauch von Malz. Das Aroma ist insgesamt frisch, leicht und mild, obwohl der Whisky mit 50% Alkohol daherkommt –
es brennt nichts im Mund, alles schmeckt sommerlich harmonisch-frisch. Dieses Empfinden von Süße, Milde und Sommer auf der Zunge setzt sich im mittellangen Abgang fort.

Dass der besetzte Felsen ein politischer Dorn im Auge der stolzen Spanier ist, bekommen wir bei der Ausreise zu spüren.

Sevillia … heißblütig wie Carmen
Die Metropole, in der die Oper Carmen spiel und Don Juan einst Frauen verführte,
zieht Besucher in ihren Bann. Weltkulturerbe, die größte gotische Kathedrale der Welt, das ehemalige Judenviertel Santa Cruz in der Altstadt, aber auch die Wiege des Flamenco sind hier zu finden. Vorbei an endlosen Sonnenblumenfeldern fahren wir mit dem Bus nach Sevilla, mit 700.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Spaniens. Nachdem Kolumbus 1492 von Huelva aus zur Entdeckung Amerikas aufgebrochen war, wurde Sevilla zu einer der reichsten Handelsstätte.

Obwohl wir Temperaturen von 30 Grad durchaus kennen, merkten wir beim Öffnen der Bustüren sofort, dass Sevilla „kocht“. Da die Stadt zu den heißesten Orten auf dem europäischen Festland gehört, wunderten wir uns auch nicht, dass wir an diesem Tag tatsächlich die 40-Grad-Marke knackten.

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Plaza de España
Die Anordnung der Gebäude ergibt einen Halbkreis mit einem Durchmesser von 200 Metern. Die beiden Galerien des Palacio Central führen zu den Ecktürmen. Diese sind jeweils 82 Meter hoch und sollen die Besucher auf die Giralda der Kathedrale hinweisen. Uns sind sofort die Kachelornamente an den Bauten aufgefallen. Die sogenannten Azulejos zeigen Wappen und Landkarten der großen spanischen Städte und Provinzen.

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Die Kathedrale von Sevilla
Die „Catedral de Santa Maria de la Sede“ wurde in der Zeit von 1434 bis 1517 gebaut
und ist so mächtig, dass sie auf kein Foto passt. Sie steht an dem Platz, an dem bereits
die maurische Hauptmoschee errichtet wurde. Mit einer Länge von 126 Metern und einer Breite von 83 Metern ist sie die größte gotische Kathedrale der Welt und nach dem Petersdom der Stadt Rom und der St Paul’s Cathedral in London auch der drittgrößte Kirchenbau des Christentums. Das größte Altarbild der Welt und der Sarkophag beeindruckten uns besonders. Der Sarkophag, in dem sich die Gebeine von Christoph Kolumbus befinden sollen, wird von vier Männern getragen, welche symbolisch die vier Königreiche Aragón, León, Navarra und Kastilien verkörpern. Sevilla macht Lust auf mehr.

Ronda und die Weißen Dörfer
Eine Rundreise durch weiße Dörfer auf der berühmten Ruta de los Pueblos Blancos
führt uns durch Korkeichenwälder in spektakuläre Landschaften der Sierra Grazalema und an glitzernde Stauseen. Über die Autobahn kommen wir zügig voranund landen in Arco de la Frontera, einer Kleinstadt im hügeligen Vorgebirge südlich von Jerez. Der Ortskern schmiegt sich halbrund in eine Hügelkette hinein mit weiter Sicht in Richtung Meer, hier aber von einem „Dorf“ zu sprechen, erscheint doch als freundliche Untertreibung. Weiß ist es, natürlich, und überall quirlt das kleinstädtische Leben auf den lang gezogenen Hauptstraßen.

Über hohe Gebirgsstraßen und viele Serpentinen erreichen wir unser nächstes Ziel.
Ronda, das bekannteste „weiße Städtchen“ Spaniens, liegt auf einem Felsplateau, die Alt- und die Neustadt wird von der 160 m tiefen El Tajo-Schlucht geteilt. 42 Jahre Bauzeit waren erforderlich, um eine Brücke über die Schlucht zu bauen. Die Puente Nuevo wurde früher ebenfalls als Gefängnis genutzt.

In Ronda gibt es ebenfalls einige arabische Relikte zu sehen. So beispielsweise die Puente Romano und die Reste der arabischen Bäder. Die Kirche Santa Maria la Mayor ersetzte die Moschee, doch das Minarett blieb erhalten und bekam einen Glockenstuhl aufgesetzt. Auch die Stierkampfarena – Plaza de Toros – ist sehr sehenswert. Die schönste und älteste Arena Spaniens (1785) war Vorbild für viele andere.

La Barorosa … Playa la Barrosa – „Ein Strand für die Seele“
‚Barrosa‘ heißt sowohl der Hauptstrand von Chiclana und von Novo Sancti Petri als auch ‚das Gebiet Chiclana Costa, wo sich die Strandpromenade befindet. Der Strand Playa la Barrosa gehört zweifelsohne zu den Topstränden in Europa. Neben dem sehr feinen und weißen Sand ist es vor allem die außergewöhnliche Breite von annähernd 100 Metern, die den Strand so einzigartig macht.

Breite Holzstege mit Geländer führen über sich weit ausbreitende Sanddünen Richtung Meer, das wir schnell in den Blick bekommen und sich in strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite zeigt. Leichte Schaumkronen, ruhiges Rauschen. Erst am Ende des Steges kann man aus den Dünen heraus auch auf den gesamten Strand schauen.

Dieser Anblick raubt uns kurz den Atem. Ewig weit in beide Richtungen Sandstrand,
soweit das Auge reicht, weißglänzend, breit, überall genügend Platz. Eine unglaubliche Weite, die zu Strandspaziergängen einlädt, sauberstes Wasser und ein sensationell
gepflegter Strand, wunderschöne Dünenlandschaft im Hintergrund, keinerlei Hotelklötze.

Im Dunst, die Insel Sancti Petri selbst wie ein Schiff bei der Anfahrt auf den Hafen von Cadiz.

Spaniens Patisserie … eine Sünde Wert
Andalusische Süßigkeiten werden vor allem von zwei Zutaten geprägt: Honig und Mandeln. Mandelbrot („Turrón“) aus Cádiz, Quittenbrot („Dulce de Membrillo“) oder in Honig getauchtes Ölgebäck („Pestiños“) sind nur drei von unzähligen süßen Highlights der Region.

Tarta de Santiago (Spanischer Mandelkuchen) y España en mi corazón! Dieser Kuchen stammt ursprünglich aus Galicien, also aus dem Nordwesten Spaniens und beinhaltet
hauptsächlich nur Eier, Mandeln und Puderzucker.

Bica Blanca, der sogenannte Weiße Kuss, ist als leckerer Blechkuchen ein Genuss.

Flambierte Früchte: Dosenfrüchte in einen Topf, Zucker, Zimt und Cognac (nach Belieben dazugeben), flambieren, mit Orangensaft ablöschen – Bon Appetit!

Birnen in Rotwein: Rotwein mit Zimt und etwas Zucker in einem Topf anköcheln, Birnen dazugeben (aus der Dose oder frische geschält und in Hälften), weiterköcheln, fertig!

Die Rückreise … Andalusien wir kommen wieder
Alles geht einmal zu Ende, auch vier Wochen wunderschönes Andalusien. Es gäbe noch viel zu erzählen, über das Hotel, die kilometerlangen Strände – in den 4 Wochen sind wir insgesamt 190 km am Strand gelaufen. Dazu kamen noch 92 km von mir auf dem Laufband, nicht gezählt die etlichen Kilometer im Hotel – die leckeren Kuchenteilchen, die Natur, dafür aber reicht der Platz hier nicht aus. Deshalb überlassen wir Alessandra unsere Guest Relation Managerin im Hotel, das letzte Worte: „Ich hoffe Sie haben sich bei uns Wohlgefühlt.“„Costa moss muito de estar aqui. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt.

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„Abendrot – Die Sonne verglüht in tausend Farben, der Himmel klagt sein letztes Lied, hinter den Wolken stirbt der Tag, ich fühle wie das Licht versiegt.“

 

Hö’s Buchtipp zum Andalusien-Urlaub: Der WanderUrlaubsführer Andalusien (71 Wanderungen und Ausflugsziele, 4 Rundreisen plus Faltkarte und GPS-Tracks). Alles was man über Andalusien wissen muss ist darin enthalten. Er ist in allen Belangen sehr hilfreich, gut geschrieben und hat ein gebrauchsfähiges Format für die Tasche! Man hat ein ansprechendes Buch, mit guten Tipps für das erste Erkunden des Landes, in der Hand.
Mein Fazit: Nach­schla­ge­werk und Ur­laubs­hil­fe in einem: viele, lie­be­voll no­tier­te De­tails. Sehr empfehlenswert. Macht mir Lust auf einen weiteren Besuch in meinem Lieblingsland Andalusien.

  • Der Wanderurlaubsführer
  • Verlag: Bruckmann
  • Ausstattung/Bilder: 2018. 288 S. 18.
  • ISBN-13: 9783734311932
  • ISBN-10: 3734311934
  • Buch andalusien