Früh am Morgen, Mittags oder am Abend, die Promenade in Duhnen, Döse und an der Grimmershörner Bucht zählen zu den beliebtesten Strecken für alles was Beine und Räder hat. Aber wie heißt es in dem Spruch: „Es kann der Mensch nicht im Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“ – oder so ähnlich.

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Da ist beispielsweise der gemeine Strand-Läufer eine sich rasant vermehrende Spezies. Die Cuxhavener wissen es: Wenn das Röcheln und Keuchen im Nacken lauter wird, ist es ratsam, langsam weiter zu gehen und die Arme fest an den Körper zu halten. In dieser Gefahrensituation wäre es fatal, erschrocken zur Seite auszuweichen oder gar stehen zu bleiben. Denn den Kampf um die Ufer haben die Jogger gewonnen – Hundehalter und Radfahrer werden geduldet, Spaziergänger flanieren auf eigene Gefahr.

Dann haben wir den Hordenläufer. Erst laufen fünf bis sieben über die Straße, dann folgen nochmals vier, am Ende hetzen zwei weitere hinterher. Ja, nicht nur die Gruppe selbst, auch ihre Dynamik verrät schnell: Hier sind Touristen unterwegs.

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Ganz schlimm sind die Radweg/Joggingstrecken-Blockierer: „Och, das ist ja schön, dass hier alles frei ist“, denkt sich so mancher Tourist und spaziert, nach links und rechts guckend, oder steht, gern nach oben schauend, mitten auf dem Rad- und Gehweg. Wie beispielsweise hier in Cuxhaven in der Grimmershörn Bucht. Die „Ich hab‘ Platz“-Idylle ist schnell kaputt, wenn er den auf sich zufahrenden Radler erblickt. Und der, gestresst von Job, Leben, sowie Touris, und sich unverwundbar fühlend dank Helm, Hornbrille und Treckingbike-Ausstattung, denkt nicht dran zu bremsen, sondern schreit, klingelt, schimpft.

Jogger und Radfahrer

Wie geht es da erst den Joggern? Eigentlich ganz gut, denn in der Saison dürfen die Radfahrer nicht auf die Promenade – Ausnahme die Grimmershörn Bucht. Aber da gibt es halt eben immer Die, für Die das alles nicht gilt.

Gestern erst musste ich mir von solch einem Radfahrer wieder einmal einen Spruch anhören. Und das war passiert:

Eine meiner Lieblings-Laufrunden verläuft entlang der Grimmershörn Bucht und dann über die Promenade nach Döse. Erst in der Bucht über den asphaltierten Radweg, dann über die Promenade. In der Bucht teilen sich Fußgänger und Radfahrer einen Weg.

Hier laufe ich oft auf der linken Seite.

Auf diese Weise kann ich immer sehen, wer mir entgegenkommt. Und – noch viel wichtiger – ich kann ausweichen, falls mal ein Radfahrer abgelenkt.

Was mir meiner Sicherheit dient, wird von vielen Radfahrern mit Kopfschütteln interpretiert und nicht selten „schenken“ sie mir zusätzlich noch einen vorwurfsvollen Gesichtsausdruck – in Gedanken: ach nein, schon wieder so einer, der nicht weiß das ich hier Vorfahrt habe. Und dann kommt oft noch ein Satz hinterher: „Hey du Bauer (oder Hallo alter Mann) in Deutschland läuft man rechts, wir sind hier nicht in England.“

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Da ist es dann aus mir herausgeplatzt: „Nein, aber ich behalte Klugscheißer wie dich, eben gern im Auge!“

Eigentlich sind solche Dialoge überhaupt nicht nötig, wenn Radfahrer und Jogger mehr Respekt voreinander haben und Rücksicht aufeinander nehmen. Man sieht halt die Leute wollen hier Urlaub machen – Stress ist angesagt!!

Und dann ist da noch der ewige Kampf zwischen Jogger und/gegen Hunde
Es ist nun einmal so, ich laufe gerne alleine und ohne Stress. Doch nicht einmal seinen Sport kann man in Ruhe betreiben. Entweder man trifft auf rücksichtslose Autofahren, Radfahrer, Touristen (sehr viele) oder auf Hunde und ihre Halter. Und immer wieder (in der Saison fast jeden Tag) gab es eine dieser „Begegnungen der besonderen Art“ – Hund und Jogger mussten sich eine kleinen, schmalen Weg teilen.

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Dazu von mir einige Verhaltensregeln, dann geht es vielleicht auch mit dem fremden Hund gut.

Vorschlag 1: Sollte sich Ihnen also ein nicht angeleinter Hund, auf Ihrer Laufstrecke nähern, so rennen Sie einfach stur Ihres Weges – könnte funktionieren.

Vorschlag 2: Meist wird es aber so sein, dass man vom Herrchen oder auch Frauchen hört „Keine Angst, der macht doch nichts, der will doch nur spielen“. Gleichzeitig hat Ihnen die Deutsche Dogge spielerisch die Pfoten auf die Schulter gelegt und schlabbert Ihnen ebenso spielerisch wie freundschaftlich übers nackte Gesicht. „Ist das nicht drollig?“ wird sich Frauchen zu Worte melden. Signalisieren Sie Freude, lächeln Sie und machen Sie gute Miene zum bösen Spiel. Herr oder Frau und Hund werden sich dankbar erweisen, sie dürfen weiterjoggen. Zumindest bis zur nächsten Wegkreuzung.

Vorschlag 3: Laufen Sie nicht gleich um 8:00 Uhr los, denn dann sind alle Hundebesitzer unterwegs. Und nicht Sonntagmorgen, bei schönem Wetter, dann treffen sie auf Hunde jeder Art und Ausbildung – viel Spaß dabei.

Vorschlag 4: Suchen Sie sich vielleicht eine andere Laufstrecke.

Vorschlag 5: Laufen Sie wenn Regen angesagt ist, das reduziert die Herrchen/Hunde-Gruppen um mehr als 50 Prozent.

Ach ja, zum Schluss noch ein Gedanke: Wenn die frei laufenden Hunde, wirklich nur spielen wollen, warum richten ihre Halter dann nicht ganz einfach – auf ihre Kosten – einen Hundespielplatz ein (ähnlich wie ein Kinderspielplatz)? Dann müssen wir Jogger nicht mehr um Leib und Leben bangen!

In Cuxhaven gibt es wohl akuten Nachholbedarf für mehr Hundestrände meint der CDU Ortsverband. Also muss was getan werden. Ich, als Cuxhavener meine dazu „NEIN DANKE“ wir brauchen hier nicht mehr Hundestrände. Aber wir Anwohner werden dazu sicher nicht gefragt!!

Mein Tipp für alle Läufer und Jogger: Immer mit der Ruhe! Laufen Sie nicht gleich um 8:00 Uhr los, denn dann sind alle Hundebesitzer unterwegs. Und nicht Sonntagmorgen, bei schönem Wetter, dann treffen sie auf Hunde jeder Art und Ausbildung – und auf Touristen (auch im Winter). Habt einfach Spaß und macht das Beste draus.

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Wem gehört also der Strand, die Grimmershörn Bucht, usw.? Den Spaziergängern, den Wanderern, den Radfahrern oder den Joggern? Oder allen in einer friedlichen Gemeinsamkeit? Es hängt von der Jahreszeit ab: In der Hochsaison sind es die Radfahrer, Spaziergänger, Flanierer, Wegblockierer, usw. Im Winter sind es die Läufer. Und morgens in der Frühe treffen sich die Hundebesitzer und die Jogger.

In diesen Zeiten offenbaren sich die Feinbilder: Läufer gegen Hunde, Läufer gegen Touristen, oder auch Radfahrer gegen Läufer…….. Immer wieder kommt es zu Beschwerden. Ich meine, ein viel größeres Problem, sind Spaziergänger, die in Fünferreihen den Weg versperrten.

Ach ja, und dann haben wir da noch die „Kopfrunter Generation“ mit ihren Handys und den Kopfhörern. Die Frage sei hier erlaubt: „Was wollen die am Stand? Die bekommen von allen dem doch überhaupt nichts mit!“

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