Die Jahreszeiten sind schon lange nicht mehr das, was sie einmal waren. Und da macht der Winter freilich keine Ausnahme. Sich auf einen „Alternativ-Winter“, einen ohne Schnee und Eis, einzustellen, aber ist absurd. Denn der ist ja der Normalfall und als Alternativversion gilt eben jener, der fälschlicherweise als Skisaison bezeichnet wird.

Zwar ist seit der Erfindung des Schneeschuhs bekannt, dass die labilste Zeit für die Ausübung des Wintersports ausgerechnet die Wochen um Weihnachten und Neujahr sind. Doch mit dem gleichen Zwang wie es Automobilisten regelmäßig in jede Verkehrslawine zieht, bucht jeder, der ein Paar Ski besitzt, sein Zimmer in einem Wintersportort über die Feiertage.

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Ernst zu nehmende Klimaforscher sollen hier schon interessante Vorschläge gemacht haben. Es genügt nicht, zweimal im Jahr die Uhr um eine Stunde vor- oder zurückzustellen, nein, auch der Wochenlauf müsste um zwei Tage nach vorne verlegt werden, damit endlich die Wochenenden schönes Wetter bringen und nicht erst wieder der Montag, wenn alle arbeiten müssen. Doch dies nur nebenbei.

Wichtig in Zusammenhang mit dem Winter und unserem Anspruch auf anständigen Schnee ist die Verschiebung von Weihnachten und Neujahr in den Monat Februar oder März, denn hier herrschen ja meistens optimale Sportmöglichkeiten. Aber mit solchen Empfehlungen stießen die Experten bisher auf taube Ohren.

Bleibt also die Umstellung auf die zu erwartende Wintermilde. Ein Plätzchen in Reisekoffer für die Badehose zu finden, sollte aber kein Problem darstellen. Die Schlittschuhe durch Rollschuhe oder Rollerskater zu ersetzen, ist auch kein Beinbruch, wenn die Unterlage einigermaßen zu halten ist.

Monopoly und Schwarzer Peter können in den Skiferien satt dem Schlange stehen am Skilift auch eine Erheiterung im tristen Urlaubsalltag sein.

Unverbesserliche Wintersportler, die dann quasi ins Gras beißen müssen, sollten aus ihren Brettern gelegentlich schon Mikado-Stäbchen geschnitzt haben, erstens aus Verzweiflung über den schneelosen Abhang und zweitens, um überhaupt sich und ihre Kinder zwischen den Pensionsmahlzeiten zu beschäftigen.

Nein wirklich, das ganze Skizeug pflegen, im und auf dem Auto verstauen und mitschleppen ist schierer Unsinn. Sollte in unserem Winter denn wirklich einmal wieder Schnee fallen, dann gibt es immer noch die ortsansässigen Sportgeschäfte, die uns das erforderliche Gerät samt Zubehör gegen Gebühr ausleihen. Wozu also die eigene todsichere Fehlinvestition in die jüngste Skimode?