Die Kugelbake, das Wahrzeichen der Stadt Cuxhaven, diente früher den Seefahrern als Orientierungshilfe. Das Wort „Bake“ war im Mittelalter die Bezeichnung für Seezeichen. Und tatsächlich war die 29 Meter hohe, aus Holz erbaute Kugelbake ein geografisch wichtiger Punkt für die Seefahrt, denn sie zeigt an, wo die Elbe endet und die Nordsee anfängt. Zur Orientierung brannte in der Kugelbake nachts ein Feuer. Heute hat die Kugelbake ihre eigentliche Bedeutung verloren, denn die moderne Radarlotsung hat ihre Aufgabe übernommen.

Die Elbmündung hat auf Höhe der Kugelbake eine Breite von etwa 18 km. Die Kugelbake befindet sich in der Nähe des nördlichsten Punktes Niedersachsens.  Und es ist einer der interessantesten Shipspotting-Plätze an der Elbe.

Hier beginnt auch der Leitdamm, ein 10,4 km langer Steindamm am Elbe-Fahrwasser. Der Damm bewirkt durch Strömungsveränderung eine Vertiefung des Fahrwassers und zum Zweiten verhindert er das Abwandern des Wattsandes in das Außenelbfahrwasser.

Es geht los: Von der Kugelbake entlang des Leitdamms – mit aller gebotenen Vorsicht!

Heute hat der Leitdamm eine Kronenbreite von 5 m (ehemals 7 m). Die Seitenneigungen betragen elbseitig 1:3 und wattseitig 1:2,5. Der Kern des Dammes besteht aus Ostseefindlingen und schwedischem Granit mit mehreren Tonnen Stückgewicht. Außerdem ist der Leitdamm elbseitig mit 14 Stichbuhnen gesichert, deren Kronenbreite 2 m beträgt.

Der lebensmüde Selfie-Jäger
Die Situation ist ohne Zweifel verführerisch: hier herrscht Ebbe, dort jenseits der Steine lockt ein schmaler Sandstreifen mit ganz viel Wasser dahinter. Aber wer sich verlocken lässt und den Leitdamm Richtung Elbe überklettert, begibt sich in tödliche Gefahr – wenn dann noch ein Container-Riese vorbei kommt …! Einheimische wissen um das Risik, das bei 5 bis 6 Knoten starker Grundströmung im Fahrwasser besteht. Trotzdem lief ich entlang des Leitda, aber immer mit der hier gebotenen Vorsicht!


Zu nah, zu gefährlich, Betreten verboten … ist das nicht zu verstehen? Warum aber klettern die Touristen in Cuxhaven an der Kugelbake trotzdem über den Leitdamm – auch Kinder? Man ist dort immer in Lebensgefahr. Wie blöd ist das denn? Viel zu blöd! Wer sich aber auskennt, auf Wetter und Ebbe bzw. Flut achtet, der sollte diesen Lauf einmal machen – Super – aber …VORSICHT!!

Noch ein WICHTIGER Tipp: Es ist immer irgendwer dabei, der zu mutig oder zu schlecht vorbereitet ist. In diesem Fall war es ein junges Paar, das vom Watt und einer Wattwanderung wohl keine Ahnung hatte. Beide hatten ihre Schuhe ausgezogen, und liefen barfuß. Das Problem ließ nicht lange auf sich warten: Wie wollten sie so durch die Muschelfelder kommen, ohne sich an den scharfen Kanten die Fußsohlen aufzuschlitzen? Ein zweites Paar zum Wechseln hatten sie wohl auch nicht dabei. Auch im Priel ist festes Schuhwerk unerlässlich, um Schutz und Halt zu geben. Deshalb erste Regel: nur mit Schuhen ins Watt, mit Outdoor- Sandalen, Neopren-Füßlingen oder Turnschuhen, in denen man Socken tragen sollte, damit der Schlick nicht auf der nackten Haut scheuert. Also, eine Wattwanderung sollte immer gut vorbereitet sein, und vielleicht mit einem Wattführer durchgeführt werden – ganz sicher haben sie dann viel Spaß.