
9. Etappe | 7. Juli | Troyes – Troyes | 199 km
Es ist ganz sicher nicht die schwerste Etappe dieser Tour de France, aber eine sehr gefährliche für die Klassementfahrer. Denn auf den Schotterstraßen rund um Troyes kann man sehr schnell Zeit verlieren. Ein Defekt im falschen Moment kann schnell mehr als eine Minute Rückstand bedeuten. Für die Fans ist es ein Spektakel, viele Team-Manager mögen solche Etappen gar nicht. Denn sie haben es nicht selbst in der Hand, können die „Chance auf Pech“ nur begrenzt dosieren.
Auf dieser Etappe kann man die Tour nicht gewinnen, aber verlieren. Die Teams der Favoriten wollen die Risiken minimieren. Vorn fahren, vor allem in die Sektoren. Klare Absprachen für das Verhalten bei einem Defekt der Kapitäne. Verpflegung gewährleisten, höchste Konzentration. All das gilt für nahezu alle Mannschaften. Das produziert einen enormen Stress, was es zusätzlich gefährlich macht.
Das Spektakel ist der Grund, warum die Organisation diese Etappen ins Programm nimmt. Die Fahrer müssen damit klarkommen. Die weniger guten Bikehandler werden hoffen, dass es trocken bleibt. Denn sollte es an diesem Tag regnen, oder vielleicht dazu noch stürmen, könnte es ein epischer Tag werden, der sich auch auf den Kampf um den Gesamtsieg der Tour de France auswirkt. Alle Teams werden sich diesen Abschnitt vorher genau anschauen. Die Prämisse für den 7. Juli ist bei einigen GC-Fahrer klar: Keine Fehler machen, keine Zeit verlieren. Es wird dafür auch ein wenig Stressresistenz nötig sein.
Werden die weißen Straßen der Champagne die Tour de France 2024 entscheiden? Vielleicht. Denn durch einen Defekt auf den Schottersektoren könnte es einen Favoriten arg ins Hintertreffen verschlagen. Dementsprechend wenig begeistert waren die GC-Fahrer – mit Ausnahme von Tadej Pogacar.
Angelehnt an die 4. Etappe der Tour de France Femmes 2022 führt der wellige Abschnitt rund um Troyes und beinhaltet 14 Schotter-Sektoren, sechs davon im letzten Teil der Etappe, mit einer Gesamtlänge von 32,2 Kilometern.
Doch das ist noch nicht alles. Ab Rennkilometer 40 wird das Terrain für die nächsten 100 Kilometer durchaus wellig – sprich kurze steile Abschnitte, wie man sie aus den Weinbergen kennt, werden keine Seltenheit sein.