Zum Start der Formel 1-Saison 2016, hier etwas zum Schmunzel – Viel Spaß beim Lesen.

Es ist Ende März und eigentlich ja noch Winter (naja), aber die Zeit wird kommen und dann ertönt es wieder in Deutschlands Gärten, das vertraute Brummen der Rasenmäher, das Surren der Heckenscheren, das durchdringende Knirschen der Häcksler, das ohrenbetäubende Brausen der Laubsauger, das Kreischen der Kettensägen und der durch Mark und Bein gehende Schrei, der sich in den Fuß gemähten unvorsichtigen Gärtners – Deutschlands Hobbygärtner stehen in den Startlöchern!

Dabei ist schweißtreibende Gartenarbeit heute out! Ob Spaten oder Sense, kaum ein Gerät kommt heute noch ohne Motor aus (ein Spaten mit Motor??), Bequemlichkeit ist Trumpf.

Auch in diesem Bereich schreitet die Automatisierung und Motorisierung der bundesdeutschen Privatgärten weiter und unaufhaltsam voran. Rasenmäher werden zu Formel-1-Flitzern. Die Kehrmaschine ersetzt den Besen und der Hochdruckreiniger den Schrubber. Selbst Astscheren und Sensen werden elektrisch betrieben. Und um das alles auch handhaben zu können, werden die Gärten immer kleiner und die Steckdose rückt näher an die Rasenmäher heran. Seit es die Elektrobodenhacke für die „Kraft sparende Bearbeitung von grobscholligem oder verkrustetem Boden“ gibt, hat auch der traditionelle Spaten ausgedient. Muskelkraft und schweißtreibende Handarbeit sind out.

Neuigkeiten kommen aus Japan (wie soll es auch anders sein): Für alle Hobbygärtner hat man dort ein intelligentes (?) Hemd entwickelt. Es sondert nicht nur einen Wirkstoff gegen Mücken und Milben ab, sondern verändert auch je nach Temperatur seine Farbe. Wird es in der Mittagshitze im Garten unerträglich, wechseln die eingewebten Thermofasern ihre Farbe und werden ganz hell. So können sie die Wärmestrahlen dann besser reflektieren.

Gartenbesitzer lieben meist ihr Grün vor der Haustüre, doch wenn es um die entsprechende Pflege geht, sind viele eher Muffel. Knapp 46% aller, die einen Rasen ihr Eigen nennen, zählen Mähen nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen, da ist es gut, wenn jetzt durch elektrische Freunde Abhilfe geschaffen wird. Denn egal ob Roll-, Fertig- oder Naturrasen, sogenannte „Motorisierte Schafe“ zur optimalen Rasenpflege sind seit kurzem der Trend – Rasenroboter erobern das Grün.20160321_145905

Doch dies ist alles nichts gegen so einen sportlich aufgemotzten Minitrecker im Go-Kart-Design. So ein Aufsitzmäher macht eigentlich erst Sinn bei Flächen ab 2000 m². Aber unsere Hobbygärtner finden es einfach trendy, damit über ihre 5 m² hintere Hochhausfläche zu flitzen. Sportliches Rasenmähen ist eben in.

Eins aber sollten unsere verkappten Garten-Vettels  wissen: Ein Saatgutanbieter hat einen Rasen entwickelt, der nur noch einmal im Jahr gemäht werden muss. Das wäre das Ende aller Garten-Formel-1-Träume, die beim Mähen aufs Tempo drücken wollen.

Vorteil: Der Mäher hält jetzt länger! Nachteil: Jetzt müssen wir unsere Lust aufs Rasen wieder auf der Straße ausleben. Der Frühling kann kommen

Impressum: Verantwortlich 2016 Dipl.-Ing. Ullrich Höltkemeier – Die Storyfactory, Würzburg, Mail: ullrichhoe@gmail.com