Ist Ihnen das auch schon einmal passiert? Sie sitzen im Flugzeug und schon haut Ihnen der Vordermann seine Lehne vors Knie? Warum klappen so viele als erstes im Flugzeug den Sitz nach hinten? Die Antwort ist ganz einfach, weil es möglich ist. Klappen die auch den Wohnzimmersessel nach hinten? Natürlich nicht!

Aber im Flugzeug geht’s ja, man hat schließlich bezahlt, also wird geklappt. Und zwar erst mal so, dass beim Hintermann die Kniescheiben knirschen. Dann stellt man fest: Hoppla, das war doch ein bisschen zu weit und lässt die Lehne wieder nach vorne krachen.

Menschen, die so etwas tun, haben auch noch andere Nachteile. Sie müssen Sekunden nach Erreichen der Reiseflughöhe aufstehen, um noch mal was aus dem Gepäckfach zu holen. Weil sie aber dabei ganz hinten im Fach wühlen müssen, fällt ihnen erst mal alles entgegen und sie drücken dem Sitzenden am Gang ihren Bauch ins Gesicht.

Und es soll nicht unerwähnt bleiben, dass dieser Vordermann oder Vorderfrau Getränke bestellt, die von der Stewardess nicht einfach vom Servicewagen genommen werden können, sondern ganz unten hervorgekramt werden müssen.

Ist die Maschine dann gelandet, wird nicht etwa sitzend gewartet bis man bequem aussteigen kann, sondern man steht im 90°-Winkel gebückt unter den Gepäckfächern, bis man endlich dran ist.

Welchen Schluss kann man daraus ziehen? Der wahre Luxus beim Fliegen ist nicht die Erste Klasse, nein, es ist das Fliegen ohne Vordermann.

Übrigens, haben Sie auch Angst vorm Fliegen? Und wollen es nur nicht zugeben? Outen Sie sich, es gibt mehr Angsthasen im Flugzeug als Sie sich denken können. Ihr Nachbar hat sicher auch Angst. Zu Recht, denn der Mensch ist kein Vogel, sagte schon der Bürgermeister zum Schneider von Ulm, bevor der – na Sie wissen’s ja schon – das Schicksal wie Ikarus ereilte. Wir haben kein Gen in uns, das uns auf Flüge in 10 000 m Höhe und einer Außentemperatur von -36 °C und mehr vorbereitet hat.20160830_150254

Dann taucht aber doch ab und zu schon mal die Frage auf: Warum hat ein Verkehrsflugzeug keine Fallschirme? Keine Schleudersitze für die Piloten wie die Düsenjäger? Dreimal dürfen Sie raten. Es passiert schon nichts. Weniger als auf der Autobahn, viel weniger.

Was aber kann man machen, wenn man trotzdem so ein unwahrscheinlich mulmiges Gefühl im Magen hat? Wir alle müssen die Angst überwinden. Tun wir auch gerne – oder?20160830_150429

Vielleicht sollten die Fluggesellschaften sich ein Beispiel an der Zigarettenindustrie nehmen und dezent aber gut sichtbar auf jede Flugkarte aufdrucken: Fliegen ist gefährlich! Es kann Ihrer Gesundheit schaden.

Im Endeffekt müssen wir auf den Piloten, den Flugzeugbauer, die Bodenkontrolle und vielleicht auch auf das Wetter vertrauen. Oder besser auf den lieben Gott? Wer jetzt noch aussteigen möchte – der tue das!