Reinhold Messner wurde einmal gefragt warum er auf den Mount Everest klettert. Messner antwortete: „Weil der Berg halt da ist und weil ich es kann.“ Welche Motivation hat nun ein Streak Runner? Die Antwort ist auch hier ganz einfach: „Weil es möglich ist und weil man täglich Zeit für sich selbst haben.“

Manche laufen selten, manche öfter und manche gibt es, die laufen jeden Tag. Das sind die Streak Runner. Eine Bezeichnung für Läufer, die täglich laufen, kommt aus dem Amerikanischen. Der längste bekannte Streak (Englisch: Serie, Strähne)  wurde von Ron Hill aus Accrington, England gelaufen, der vom 21. Dezember 1964 bis zum 29. Januar 2017, insgesamt 52 Jahre und 39 Tage, lief. Die offizielle Liste der USRSA führt Robert C. Ray aus Baltimore, USA an, der vom  4. April 1967 bis zum 7. April 2005 insgesamt 13.844 Tage hintereinander gelaufen war. Der derzeit Führende mit noch aktivem Streak ist Mark Covert, der das tägliche Laufen am 23. Juli 1968 begann.

Ein Streak, also eine Serie täglicher Läufe, wird nach bestimmten Grundregeln gelaufen. Es muss täglich zwischen 0 und 24 Uhr mindestens eine zusammenhängende Meile (ca. 1,61 km) gelaufen werden.

Bei vielen Täglich-Läufern hat sich eine Philosophie durchgesetzt, die sich deutlich von der Einstellung mancher „ambitionierter Freizeitläufer“ unterscheidet und diesen Sport für viele Streaker so reizvoll macht. Während die Leistung bei klassischen Läufern danach bewertet wird, wie schnell eine gegebene Strecke gelaufen wird, besteht die Leistung des Streak Runners darin, täglich entspannt ein bisschen zu laufen ((genau das ist es !!!)) und das möglichst über Jahre – „Das Laufen leben“ im Gegensatz zum „Um’s Leben laufen“. Und wann endet der Streak? NIE!!

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Mein Fazit nach jetzt etwa 37 Jahren Streaken
Naja, als ich mit dem Laufen begann, gab es das Streakrunning noch garnicht. Man lief halt weil es Spaß machte – und das auch jeden Tag. Ein bisschen verrückt muss man schon sein umso etwas zu machen. Aber irgendeinen Vogel haben wir ja alle, oder? Jedenfalls hat das tägliche Laufen den großen Vorteil dass man sich nicht mehr fragt ob man läuft sondern nur wann. An fast jeden Tag freue ich mich schon auf meinen täglichen Lauf was die Sache sehr erleichtert.

Ich persönlich habe beispielsweise im Jahr 2017  ca. 2010 km zurückgelegt. Begonnen habe ich mit dem Laufen 1980. Ich laufe also seit 37 Jahren, 7 Tage die Woche. Ich trainiere nicht, ich laufe. In Summe ist das Streaken für mein Leben, schon immer, eine Bereicherung und keine Belastung im negativen Sinn. Vielleicht ändert sich diese Einstellung wieder, aber jetzt – hier an der Nordsee und der Elbe – tut es mir und meiner Leistungsfähigkeit sehr gut. Außerdem bin ich in meiner Laufzeit, sehr Kreativ – Als Journalist und Karikaturist, passt das gut zusammen.

Und es gibt mir die Antwort auf folgende Fragen: Was sind das für Menschen, diese Täglich-Läufer? Warum laufen sie jeden Tag? Sind sie süchtig danach? Welche Motivation hat ein Streak Runner? Die Antwort ist kurz, knapp und ganz einfach:

„Weil ich es kann und weil ich täglich Zeit für mich selbst haben“

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Streakrunning wird als neuer Trend bezeichnet, wie auch das aufkommende Langsam Laufen (??). Warum aber muss das alles immer noch einen Namen bekommen – weil man dann damit Geld verdienen kann? Täglich Laufen ist etwas, das ich für mich gefunden habe. Es ist mein Ding. Aber einen neuen Namen brauchte es dazu nicht. „Laufen“ hat doch genügt, oder?

Viel Spaß beim nächsten Run. Euer Hö

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