Weit wandern 50 km, 150 km, 300 km oder auch 4000 km – da knn man schon mal die Frage stellen, warum macht man das? Die Begründung könnte ganz einfach die Lust am großen Abenteuer sein. Und immer wieder diese Aussage, weil der Weg da ist und weil ich es kann. Zu Fuß, mit nichts weiter als festen Wanderschuhen, Stöcken und einem Rucksack auf dem Rücken, kann das Abenteuer – in welche Richtung auch immer –  losgehen.

© Alex Treadway_Bruckmann Verlag

Wie beschreibt man am besten die “Faszination Weitwandern”? Diese Freude. Das Glücksgefühl. Diese innere Zufriedenheit, die sich trotz (oder gerade wegen) aller Strapazen und Anstrengungen einstellt und noch lange Zeit danach anhält? Weitwandern ist die perfekte „Gegenwelt“ zum Alltag: Ruhig, reduziert auf das Wesentliche, konzentriert auf das Einfache und dennoch aufregend und abenteuerlich. Vielleicht ist gerade dieses Austreten aus der Alltagswelt einer der Gründe, warum Weitwandern so beliebt ist. Beispiele gibt es eine Menge.

Beispielsweise eine Alpenüberquerung auf dem E5 – Länge 140 km, Dauer: 8 Etappen. Der E5 verlangt Respekt, viel Respekt. Ein bisschen latschen, trödeln, gucken, das geht nicht auf dem E5. Ich bin den Weg schon mit meiner Frau gegangen. Ein gewisses Maß an Fitness sollte man mitbringen, wenn man länger auf dem Transalp unterwegs sein (und dabei Spaß haben) möchte. Es aollte eines ganz Klar sein: Eine Wan­de­rung auf dem E5 ist alles an­de­re als ein Spa­zier­gang, son­dern teil­wei­se auch sehr an­stren­gend.

Und da wäre auch eine Weitwanderung entlang Europas letztem  echten wilden Fluss, dem Lech. Der „Lechweg – von der Quelle bis zum Fall“. Auf rund 125 Kilometern führt der Lechweg vom Formarinsee in der Nähe von Lech am Arlberg über Warth hinein in die Naturparkregion Lechtal-Reutte bis hin zum Lechfall in Füssen im Allgäu. Damit verbindet er drei Regionen und zwei Länder mit ihren jeweiligen  Traditionen und Geschichten. Je nach Kondition und individueller Reiseplanung bietet sich drei unterschiedliche Etappeneinteilungen an. Die Sportliche mit 6 Tagen, die Klassische mit 7 Tagen oder die Gemütliche mit 8 Tagen. Tolle Tour. Meine Empfehlung: Machen, einfach super!

Der Trail zum nördlichsten Festlandpunkt Europas: Und dann gibt es da noch den Weitwander-Trail zum (wirklich) nördlichsten Punkt Europas. Es iost nicht das Nordkap, denn dort befindet sich der nördlichste Besichtigungspunkt Europas, der mit dem Auto erreichbar ist. Noch weiter nördlich als das Nordkap liegt auf Magerøya die Landzunge „Knivskjellodden“. Zu ihr führt lediglich ein 8 Kilometer langer Wanderweg, der sich durch die karge und raue Landschaft der Insel schlängelt. Touristen, die gut zu Fuß sind, können sich im Rahmen einer Tagestour dorthin aufmachen. Für den Hin- und Rückweg sollte man jeweils etwa 2,5 Stunden einplanen.

Der wirklich nördlichste Punkt des europäischen Festlandes aber liegt östlich des Nordkaps, auf der Nordkinnhalbinsel. Und hier kommen wir zum Trail. Die Halbinsel lässt sich nur von geübten und gut ausgerüsteten Wanderern erkunden. Eine 24 Kilometer lange Strecke ist zurückzulegen. Das hört sich im ersten Augenblick nicht nach Weitwandern an. Aber die Wanderung startet am nördlichsten skandinavischen Flughafen in Mehamn und dauert mehr als zwei Tage. Der Weg stellt selbst für fitte Wanderer eine Herausforderung dar, denn er führt hauptsächlich durch eine steinige und unwegsame Gerölllandschaft, aber es ist Natur pur.

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Das neue Buch „WEIT WANDERN“ die 40 schönsten Trekkingtouren der Welt
Zum Thema Weitwandern ist jetzt der Bildband „Weit wandern“ im Verlag Bruckmann erschienen. Er lädt ein zu einer Reise auf die schneebedeckten Gipfel der Berge dieser Welt, durch die Sanddünen unserer Wüsten und entlang der eindrucksvollsten Küstenwege. …

Der Verlag schreibt dazu: Mit Expertentexten von weltbekannten Bergsteigern und Outdoor-Autoren werden die besten und schönsten Trekkingregionen der Welt zum Leben erweckt. Mit an dem Band gearbeitet hat unter anderem die renommierte Höhenbergsteigerin Billi Bierling, die erste Deutsche, die den Mount Everest über die Südroute bestieg. Atemberaubende Fotografien zeigen die Vielfalt der Terrains und die schönsten Ausblicke der Welt – vom Himalaya bis in die Anden. Mitreißende Bilder und Texte entführen in die Welt der Berge, lassen vom nächsten Trekking-Abenteuer träumen und geben Tipps für die Planung. 

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Mein Fazit zu diesem einzigartigen Bildband
An dem Buch gefällt mir das es sehr vielfältig und dabei reich an Details ist. Man bekommt sofort Lust los zulaufen und eine Route auszuprobieren. Das dies nicht so einfach geht zeigen die Trails. Die meisten der Wanderungen werden wahrscheinlich nicht für jeden so einfach umsetzbar sein (Zeit, Entfernung, Dauer, Geld). Wer kann auch schon schnell mal in die USA um zum Beispiel den Appalachian Trail mit 3500 km zu Laufen. Oder in Europa den Jakobsweg mit rund 800 km oder den Chadar-Treck in Indien mit 75 km teilweise über den gefrorenen Zanskar-Fluss? Der Bildband macht es aber möglich sich dort hin zu Träumen – und dann vielleicht loszulegen.

Der Preis von rund 40 € mag einigen vielleicht zu teuer sein. Meiner Meinung nach ist er gerechtfertigt, da das Buch viele tolle Bilder beinhaltet und diese nun mal immer den Preis steigern. Ohne Fotos wäre das Buch aber nicht das was es ist….

Nur zur Vollständigkeit: Das Buch ist kein Reiseführer bzw. Wanderführer zum in den Rucksack stecken. Aber zur Träumen und Informieren ist es ein tolles Geschenk für alle die eine der Trekkingrouten aus dem Buch noch wandern wollen oder die, welche sich an ihn erinnern möchten.

Tolles Buch, tolle Bilder, tolle Wege!!