Dicht an dicht: Im Flugzeug kommen sich fremde Menschen oft unangenehm nahe. Nicht umsonst fühlen sich knapp 83 Prozent der Deutschen auf ihren Flügen durch die Eigenarten ihrer Sitznachbarn gestört. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der Flugsuchmaschine SWOODOO zum Reiseverhalten der Deutschen. Den größten Nervfaktor mit 50 Prozent bilden dabei lärmende Reisegruppen. Betrunkene Passagiere, das ungefragte Besetzen beider Armlehnen (jeweils 47 Prozent) und Schnarchen (43 Prozent) stehen auf Platz 2 und 3 der nervigsten Flugerlebnisse.

Laut und lästig: Hüttengaudi im Flieger
Es wird Winter, die Ski-Saison beginnt: Insbesondere auf Flügen in die Alpen ist das Risiko besonders hoch, Reisegruppen zu begegnen, die ihre Anreise lautstark dafür nutzen, sich auf spätere Trink-Eskapaden vorzubereiten – sehr zum Leidwesen vieler Mitreisenden. „Lärmende Reisegruppen landeten bei unserer Umfrage auf Platz 1 der unbeliebtesten Sitznachbarn im Flugzeug und sind für jeden zweiten der Befragten nervenraubend.

Ähnlich störend wurde ausufernder Alkoholgenuss bei anderen Passagieren eingestuft, der für 47 Prozent ein No-Go ist”, so Manuel Hauslaib, Head of Brand bei SWOODOO. “Frauen fühlten sich dabei mit 50 Prozent der Befragten häufiger durch den Nachbarn belästigt, als dies bei Männern mit 44 Prozent der Fall ist.”

Alkohol sollte allerdings nicht nur aus Rücksicht auf die Mitmenschen in Maßen konsumiert werden. Aufgrund der Druckunterschiede im Flugzeug weiten sich die Gefäße, wodurch das Blut schneller zirkuliert und Alkohol leichter aufgenommen wird. Einige Reisende überschätzen ihre eigene Trinkfestigkeit und riskieren dadurch peinliche und teure Zwischenlandungen oder gar Flugverbote. Auch ohne feste Promillegrenze behalten sich Airlines vor, alkoholisierte Fluggäste schon in der Warteschlange abzuweisen.

Mein Urlaub, mein Handtuch, meine Armlehne
Neben Turbulenzen lässt besonders eines bei Passagieren den Blutdruck in die Höhe schnellen: der Kampf um die eigene Armlehne. Insgesamt 47 Prozent der Befragten fühlen sich genervt, wenn der benachbarte Fluggast vorschnell die Lehne für sich vereinnahmt. „Bei Armlehnen machen Fluggesellschaften keine Vorgaben“, sagt Manuel Hauslaib. „Der Anstand gebietet jedoch, bei Dreierreihen dem Reisenden in der Mitte beide Lehnen zu überlassen. Bei Zweierplätzen gilt jedoch die altbekannte Regel: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Beim Verstellen der Rückenlehne sollte man dem Hintermann hingegen stets vorher ein Zeichen geben.

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Schwieriger ist es jedoch beim Nervfaktor Schnarchen vorzuwarnen. 43 Prozent der deutschen Flugreisenden stören sich am benachbarten „Baumsägen“. Seltener, aber nicht weniger ärgerlich ist es, wenn der Kopf des Sitzpartners im Schlaf auf der eigenen Schulter landet. Immerhin ein Viertel (26 Prozent) der befragten Reisegäste fühlt sich dadurch belästigt.

Gurgel, Schlürf, Schmatz – die Bordmahlzeit als Zankapfel
Misophonie – den Hass auf Geräusche – nennen Neurowissenschaftler die verminderte Toleranz gegen wiederholende Geräusche. Auch frei von neurotischen Störungen können viele Deutsche diese Abneigung spätestens im Flugzeug nachempfinden. Wenn der Sitznachbar genussvoll schmatzend und quälend langsam am Putenbrust-Sandwich aus der Bordverpflegung nagt, stellen sich zumindest bei 40 Prozent der Deutschen regelmäßig die Nackenhaare auf. Das lautstarke Schlürfen des obligatorischen Tomatensafts, Kaffees oder Tees stört wiederum nur 18 Prozent der Befragten. Besonders unbeliebt sind Passagiere, die ihr eigenes stark riechendes Essen mitbringen (33 Prozent). In Südostasien etwa sorgt die süß-faulig riechende Durianfrucht, auch Stinkfrucht genannt, regelmäßig zu verzögerten Flugzeugstarts.

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An Bord sind zwar hochmoderne Filter für die Reinigung und Aufbereitung der Kabinenluft zuständig, dennoch zirkulieren rund 50 Prozent der Luft dauerhaft. Manuel Hauslaib empfiehlt daher: „Rücksichtsvolle Passagiere achten darauf, stark riechendes Essen zuhause zu lassen. Frikadellen, Fisch oder gereifter Käse sind nicht für den Genuss im Flugzeug geeignet.“

„Wir müssen reden“: über aufgezwungene Gespräche im Flugzeug
Besonders Vielflieger nutzen den Flug gerne, um sich vor Ankunft am Reiseziel etwas Ruhe zu gönnen. Umso nervtötender, wenn der Flugneuling auf dem Nebenplatz seine Unruhe durch ein Pläuschchen zu bekämpfen versucht. „Aha“, „oh“, „interessant“ – bereits 24 Prozent der Deutschen können von ungewollten Konversationen im Flugzeug berichten. Ebenso unbeliebt ist, wenn der Nachbar private Details nicht nur im Gespräch, sondern über die Lautsprecher seines Smartphones teilt: 24 Prozent der befragten Fluggäste stört es, wenn die Person nebenan Familienvideos ohne Kopfhörer schaut.

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Eine bekannte Nebenwirkung von Nervosität und eine ebenso unbeliebte Angewohnheit von Erstfliegern: der häufige Besuch der Kabinentoilette. Ganze 32 Prozent der deutschen Reisenden sind genervt, ständig für den Nachbarn aufstehen zu müssen.

Das Geheimnis der Gelassenheit
Trotz aller Störfaktoren darf man eines nicht vergessen: Je öfter man fliegt, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst schon einmal zum anstrengenden Sitznachbarn wurde.

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Der kleine Perspektivwechsel und die Vorfreude auf das lang ersehnte Urlaubsziel löst einen nervigen Moment schnell in Luft auf. Denn schließlich überwiegen die positiven Momente im Urlaub, die zudem länger nachwirken als die kleinen Hindernisse auf dem Weg zum Reiseziel. Im besten Fall werden die Geduldsproben des Fluges nach dem Urlaub zu amüsanten Anekdoten für die Daheimgebliebenen.

Infos über
www.SWOODOO.com.