Im Alltag haben wir uns an das Tragen von Mund-Nasen-Schutz mehr oder weniger gewöhnen müssen. Da ich viel draußen Laufe, war ich neugierig, wie denn das Gefühl so ist, mit Mund-Nasen-Schutz zu joggen.

Stand der Dinge im Augenblick: Ich laufe mit einem Multifunktionstuch. Einmal, um den Hals warm zu halten, um ab und zu auch den Kopf zu schützen bei viel Wind (hier am Meer weht es immer kräftig) und außerdem um meine Nase zu schützen, vor der kalten Luft – das funktioniert sehr gut.

Doch mit Mund-Nasen-Schutz zu laufen ist sicherlich etwas anderes? Gelaufen bin ich (im Eigenversuch) mit einem normalen Mund-Nasen-Schutz (welchen ich auch täglich im Gebrauch habe) der aber nicht für das Laufen optimiert war.. über meine Trainingstrecke am Meer in etwa 90 Minuten.

Man muss dabei wissen eine speziell für das Laufen entwickelte Maske kann schon mal zwischen 50 und 80 Euro kosten.

Also auf los geht’s los. Laufklamotten an, Schuhe an. Wie immer nehme ich mein Multifunktionstuch mit auf meine Runde. Hier an der Nordsee ist der Wind um diese Jahreszeit schon sehr kühl und oft sehr heftig – da braucht man so etwas. Heute kommt noch ein Mund-Nasen-Schutz dazu. 

Zunächst einmal geht es ohne Mund-Nasen-Schutz los, es herrscht freie Bahn also freies Luft holen. Aber nicht nur deshalb, weil die Laufstrecke ohnehin zu den wenig frequentierten Wegen hier am Cuxhavener Strand zählt, sondern auch, weil es gerade erst einmal 7:30 war, und das mir entgegen kommende Nordic-Walking-Duo von ganz allein Platz machte. Respekt oder Sorge? Ich frage nicht, denn Abstand ist schlicht das Gebot dieser Tage. Außerdem habe ich mein Tuch schon recht frühe über die Nase gezogen.

Doch dann geht’s los und rauf mit der Maske. Am Strand Richtung Kugelbake bin ich der EINZIGE Jogger mit Maske. Die meisten Läufer heute Morgen joggen ganz OHNE (!!) aber mit einem geschätzten Abstand von doch 3-4 Meter. Andere haben ein Multifunktionstuch über der Nase.

Und so ist der Lauf alles andere als eine Besonderheit. Zwar trifft mich der eine oder andere verstörte Blick von Spaziergängern und Hunde-Gassi-Führern, die ausgerechnet zum Zeitpunkt meines Selbstversuchs die Promenade Richtung Kugelbake nutzen – Es ist gerade einmal 8:15 Uhr. Doch was soll’s. Eine ältere Dame – mit Hund – meint: „Was du da machst, ist Quatsch.“ Ich rufe nur kurz zurück:“Da können sie recht haben“ und laufe schnell weiter.

Für den positiven Effekt, den die Maske mir bringt – denn ich bekomme ganz normal Luft – hätte allerdings auch mein Multifunktionstuch gereicht. An diesem Morgen ist es sehr kühl. Der Wind frischt stark auf, und so erweist sich meine Gesichtsbedeckung als Wärmespender. Das aber hat ein jähes Ende, als ich den Mund-Nasen-Schutz, an der Kugelbake, ablege. Die Strecke zurück, habe ich glücklicherweise Rückenwind und nutze jetzt ich mein Multifunktionstuch, schon allein wegen der ekeligen Kälte.

Und was ist bei meinem Eigenversuch raus gekommen: Eigentlich hätte es heute Morgen auch ohne Maske funktioniert, den wir haben Nachsaison, viel Wind und Kälte. Da trifft man nur sehr wenige Leute am Strand. Das sieht im Sommer dann doch anders aus. Aber die Uhrzeit gibt die Nutzung vor. Im Sommer heißt das: Morgens 7:00 Uhr ohne Maske oder mit Multifunktionstuch. Ab 8:00/8:30 und den kompletten Tag über unbedingt mit Maske oder Multifunktionstuch (und selbstverständlich Abstand) oder einer sehr wenig frequentierte Laufstrecke – wie beispielsweise durchs Watt.

Man sollte mit Maske etwas weniger schnell laufen und die Trainingszeit insgesamt etwas kürzer halten. Ich persönlich würde daher empfehlen, eher alleine zu laufen und sich Strecken zu suchen, die weniger stark frequentiert sind, sodass man ohne Mundschutz laufen kann. Also, wenn Sie allein im Feld sind, dann laufe sie doch ohne Maske (vielleicht mit einem Multifunktionstuch wenn nötig, bei niedrigen Temperaturen und/oder viel Wind und zwei oder mehr Meter Abstand), das macht dann auch viel mehr Spaß.

Mein Fazit: Geht! Aber muss nicht unbedingt sein!