Darum geht es: In „Als ich einmal in den Canal Grande fiel“ wirft Petra Reski einen wehmütigen Blick hinter die Kulissen Venedigs und erzählt, wie es ist, in einer Stadt zu leben, der es zum Verhängnis wird, dass sie von aller Welt geliebt wird. Einst hat sie ihr Herz an einen Venezianer verloren – längst hat sie sich in dessen Heimatstadt verliebt. Doch Kreuzfahrttourismus, Immobilienspekulation und gewissenlose Bürgermeister setzen der Stadt zu. Petra Reski kennt sie noch, die alten Venezianer und die Geheimnisse dieser Stadt, sie zeichnet ein wehmütiges Bild von Venedig, dessen Untergang es unbedingt zu verhindern gilt.

Wer ist der Autor: Petra Reski wurde im Ruhrgebiet geboren und lebt seit 1991 in Venedig. Seit 1989 schreibt sie über Italien – und immer wieder über das Phänomen der Mafia. Sie wurde für ihre Reportagen und Bücher mehrfach ausgezeichnet, in Deutschland zuletzt als „Reporterin des Jahres“.

In Italien erhielt sie für ihr Antimafia-Engagement den Premio Civitas und den Amalfi-Coast Media Award. Petra Reski hat mehrere Romane und Sachbücher veröffentlicht, zuletzt „Von Kamen nach Corleone“ (2010).

Warum ich das Buch empfehle: Viele haben die „Verbannung“ der Kreuzfahrtschiffe in Venedig bejubelt. Leider war die Freude nur von kurzer Dauer. Jetzt laufen – wie gehabt – die Schiffe wieder Venedig an – und keinen kümmert es wirklich. Petra Reski, die seit drei Jahrzehnten in Venedig lebt, sorgt sich um die Zukunft der Stadt, die von der Kommune mehr als Marke denn als Lebensraum betrachtet wird. In ihrem Buch zeichnet die Autorin ein wehmütiges Bild von Venedig, dessen Untergang es unbedingt zu verhindern gilt.

…“Es ist Hochsommer in Venedig, voll besetzte Taxiboote mit lachenden Menschen fahren vorbei, Frauen mit riesigen Sonnenbrillen halten ihre Smartphones in die Luft, und ich fühle mich einsam. Jeden Tag verlassen Venezianer ihre Stadt, der Exodus wird von der Leuchtanzeige im Schaufenster der Apotheke Morelli angezeigt. In Hongkong zählte man die letzten Tage als britische Kronkolonie, in Venedig zählt man die letzten Venezianer. Jeden Tag werden wir weniger, nie werden wir mehr. Mehr werden immer nur die Airbnbs, die Take-aways, die Kreuzfahrtschiffe, die Hotels, die Billigflüge und der Zynismus…..

Im Grunde interessiert Venedigs Schicksal niemanden auf der Welt. Nur die Fassade interessiert und die lustigen, netten Venedig-Tipps, wo essen, wo schlafen, wie die Schlange am Markusplatz vermeiden.

Die Venezianer sind so gut wie ausgestorben? Sicher, hat man doch alles schon gehört, ist eben der Lauf der Welt. Berggorillas sterben aus und Spitzmaulnashörner und eben auch Venezianer. Früher war auch nicht alles besser! Andere Leute haben viel größere Sorgen, die werden vom Bürgerkrieg, von der Dürre oder irgendwelchen Diktatoren aus ihrer Heimat vertrieben, da fallen ein paar Venezianer echt nicht ins Gewicht.“

Petra Reski schreibt vom Alltag mit dem Massentourismus. Sie schreibt von Kreuzfahrtschiffen, für welche die Lagune noch tiefer ausgegraben wurde und über Umweltschäden, die sowohl durch diese Bauarbeiten, als auch durch Wasserverschmutzung und Feinstaubbelastung zugenommen haben.

Sie schreibt vom Hochwasser und was es für die Venezianer wirklich bedeutet, wenn erneut ihr Hab und Gut mit Süßwasser gereinigt werden muss, aber von offiziellen Stellen mal wieder keine Hilfe kommt.

Und natürlich auch über „Mose“ dem Megaprojekt zur Hochwasserbekämpfung, welches erst noch beweisen muss, das es wirklich funktioniert..

Dieses Buch ermöglicht einen kritischen Blick ins alte und neue Venedig, zeigt auf unterhaltsame Weise die Bewohner und Örtlichkeiten und lässt das Flair Venedigs  aufleben. Eine lohnenswerte Lektüre nicht nur für Venedig-Fans.

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https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ID150098468.html

Mehr über die Autorin über
www.petrareski.com

Produktinformation

  • Herausgeber : Droemer HC; 2. Edition (1. März 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • Gebundene Ausgabe : 272 Seiten
  • ISBN-10 : 3426278464
  • ISBN-13 : 978-3426278468
  • Preis:18,00 Euro