Der berühmteste Krimi-Schauplatz der Schweiz: Für Sherlock-Holmes-Fans ist dieser Ausflug ein Muss. Es handelt sich um die Reichenbachfälle im Berner Oberland bei Meiringen im Haslital. Der englische Krimiautor Sir Arthur Connan Doyle nutzte die atemberaubende Kulisse für den finalen Kampf zwischen Sherlock Holmes und seinem Gegenspieler James Moriarty und liess die beiden in der Kurzgeschichte “The Final Problem” (1893) nach heroischem Kampf in den Abgrund stürzen.

Die Absicht des Autors, die Abenteuer des Sherlock Holmes elegant zu beenden, scheiterte am vehementen Protest seiner Leserschaft. So liess er 1903 seinen Helden in der Geschichte “The Empty House” wieder aus den Reichenbachfällen auferstehen. Die Reichenbachfälle sind seither über die Landesgrenze hinaus bekannt und Sherlock Holmes kam zu einer Ehre, die für eine Romanfigur ziemlich aussergewöhnlich ist; er wurde 1987 Ehrenbürger der Gemeinde Meiringen. Eine Gedenktafel am Reichenbachfall sowie eine Bronzefigur und ein Museum in Meiringen erinnern an den berühmten Meisterdetektiv.

Das letzte Problem

In diesem Abenteuer begegnen wir zum ersten und letzten Mal Sherlock Holmes größtem Widersacher, Professor James Moriarty. Holmes hatte schon mehrere Male seine Wege gekreuzt und dabei seine Pläne vereitelt.
Deshalb setzt er Männer darauf an, ihn zum Schweigen zu bringen. Dies misslingt aber und Holmes kehrt mit leichten Verletzungen in sein Heim zurück. Dort erzählt er seinem besten Freund Dr. John H. Watson was passiert ist und überredet ihn kurzerhand, mit ihm auf den Kontinent zu fahren, um nicht nur Moriarty‘s Schergen, sondern auch ihn selbst hinter Gitter zu bringen. Die beiden können Moriarty entkommen und fahren in die Schweiz.

Der Ort, wo es passiert sein soll, ist mit einem Stern markiert,


Doch ihr „Urlaub“ in Meiringen ist nur von kurzer Dauer. Als die beiden gerade auf dem Weg nach Rosenlaui sind, werden sie von einem Laufburschen angehalten, der eine Nachricht für Watson überbringt. In dieser Nachricht bittet Peter Steiler, der Wirt des kleinen englischen Hofes, in dem sie abgestiegen waren, dass er sofort kommen solle, da eine englische Dame im Sterben läge und nach einem englischen Arzt verlange. Watson lässt sich natürlich nicht lange bitten, lässt Holmes mit dem Laufburschen als Führer zurück und eilt sofort zurück nach Meiringen. Als er den Wirt nach der Dame fragt, weiß dieser allerdings nichts von einer kranken Engländerin. Nach einem kurzen Gespräch beschleicht Watson ein furchtbarer Verdacht. Er kehrt sofort zu den Reichenbachfällen zurück. Dort findet er nur noch die Spuren des letzten Kampfes von Holmes und Professor Moriarty.

Der Rychenbach – so der altdeutsche Name – entspringt dem Rosenlauigletscher und stürzt in sieben Kaskaden zu Tal. Die schönste und mächtigste, 120 Meter hoch und bis zu 40 Meter breit, kann bequem mit der Reichenbachfall-Bahn erreicht werden. Unweit der Bergstation bieten drei Aussichtsplattformen einen atemberaubenden Blick auf den tosenden und stiebenden Wasserfall und das Haslital.

Seinen Ausgangspunkt nimmt der Rosenlauigletscher an der Nordostflanke der Wetterhorngruppe auf einer Höhe von etwa 2800–3500 Metern. Der Rosenlauigletscher fliesst in einem etwa 600 m hohen Eisfall aus dem Wetterkessel nach Nordosten. Die Gletscherzunge befindet sich derzeit auf einer Höhe von 2000 Metern. Hier entspringt der Weissenbach, der mit Wasserfällen steil ins Tal fällt und nach der Gletscherschlucht Rosenlaui in den Reichenbach mündet. Dieser führt das Wasser über den berühmten Reichenbachfall durch das Reichenbachtal zur Aare. Wanderwege führen zurück ins Haslital, zum Beispiel zur Aareschlucht, oder Richtung Rosenlaui zum historischen Hotel und in die Rosenlaui Gletscherschlucht.

Mit der Reichenbach-Bahn überwindet man die 240 m Höhendifferenz in ca. 10 Min. Ursprünglich eine Seilbahn für die Elektrizitätswerke bringen die 24plätzigen Holzwagen heute Besucher in die Nähe der Aussichtsterrasen über dem Wasserfall und somit nahe zum Ort des Geschehens. Von der Bergstation hat man dann die ersten Blicke auf die vor allem im Frühling mit viel Schmelzwasser angefüllten Fälle. Über einen schmalen Weg erreicht man den oberen Teil der Fälle.

Diese Ruhe oben, über dem Tosen von unten, mag manchem vorkommen wie eine zarte Andeutung dessen, was ihm fehlt, in der Hast des Lebens – der Friede der Seele. Unten jedoch tost und zischt es, “wie wenn Wasser mit Feuer sich menget”- riesige Wolken feiner, durchsichtiger Wassergischt ziehen vorüber, und man bekommt einen Einblick in das durch den Absturz erregte, grollende, aufbrausende nasse Element. !! Auch wenn man dort in erster Linie staunen muss vor dem gewaltigen Wasserfall, so wirkt die Kraft der Fälle doch ungemein beruhigend auf den empfindsamen Menschen. Ein Platz mit viel Bewegung !!

Reichenbachfall und Reichenbachfall-Bahn: Eigentlich sind es drei Wasserfälle in denen der Reichenbach bis zu seiner Mündung in die Aare zu Tal stürzt. Der eindrücklichste und weltbekannte ist der oberste der drei. Er ist etwa 120 m hoch und wird bei Dunkelheit beleuchtet. Gischt und Wassernebel sind bei starker Wasserführung oder bei Föhn weit herum sichtbar. Bereits 1899 wurde hinauf zu dieser einmaligen Sehenswürdigkeit eine Standseilbahn gebaut. Von der Bergstation aus führt ein Fußweg weiter. Von hier aus hat man auf Plattformen immer wieder den Ausblick auf das Naturschauspiel.

Die Reichenbachfall-Bahn ist 1899 nach Plänen von Franz Josef Bucher aus Obwalden gebaut worden. Der Finanzier der Gesellschaft erkannte, dass der in Jahrtausenden von der Natur geformte Schlund eine Attraktion für Touristen sein würde, die das Wasserspiel aus nächster Nähe betrachten möchten.
Elias Flotron, Ingenieur aus Meiringen, bewarb sich um eine eidgenössische Konzession für den Bau und Betrieb der 714 Meter langen Bahn. Die Bahn überwindet 244 Höhenmeter und benötigt dazu eine Fahrzeit von 7 Minuten. Ihr Antrieb ist elektrisch und es gibt eine Kreuzungsstelle für berg- und talwärts fahrende, je 24 Personen fassenden Wagen.

Mit dem Bau wurden die von Roll’schen Eisenwerke betraut. 1918 wurde die Bahn an die Elektrowerke Reichenbach AG in Meiringen verkauft. Als 1926 eine weitere Kraftwerkstufe gebaut wurde, diente die Bahn auch dem Betrieb und Unterhalt dieser Anlagen. Mit dem Kauf einer neuen Antriebsmaschine 1931 erfuhr die Bahn eine technische Verbesserung und 1957 musste auch der Maschinist der Automatisierung Platz machen. 1976 wurde die Bahnkonzession bis 2026 erneuert.

Informationen

Höhe: 843m
Erreichbarkeit: Zug nach Alpbach via Meiringen, zu Fuss (5 Minuten) oder Bus nach Willigen, Standseilbahn zum Reichenbachfall
Aussicht: Reichenbachfall, Haslital bei Meiringen
Attraktionen: Geschichte um Sherlock-Holmes, Statue und Museum in Meiringen
Kulinarisches: Gasthaus Zwirgi (über dem Reichenbachfall): Häxe Fondue
Übernachtung: Guttannen oder Meiringen im Gasthaus Zwirgi
Besonderes: Ursprünglich eine Werkseilbahn, Nostalgiebahn mit originalgetreu nachgebauten 24plätzigen Holzwagen

Zum Sherlock Holmes Museum
http://www.sherlockholmes.ch/